Realisierung der Burgmeditation

Im Alltag oft umgeben von medialem Lärm, zwischenmenschlichen Herausforderungen, Täuschungen und aller Art Versuchungen (Schokolade und Weiteres…), entsteht in mir immer wieder die tiefe Sehnsucht nach mehr Wahrhaftigkeit in der Welt.
Bei einer ernsthaften Besinnung wird mir bewusst, dass auch ich ein Teil der Welt bin und somit sofort bei mir selbst anfangen kann mit der Frage:
Wie erziehe ich mich selbst zur Wahrhaftigkeit? Somit erlose ich mich aber auch aus der Ohnmacht gegenüber dem äußeren Geschehen und kann ein tätiger Mitgestalter einer lebendigen Wahrhaftigkeit in der Welt werden.
In den Büchern Der Himmel auf Erden und Vom Himmel hoch von Mieke Mosmuller wird die „Burgmeditation“ an verschiedenen Stellen besprochen. Diese Meditation greift zurück auf ein Bild von Alanus ab Insulis, in dem Maria mit Hilfe der Hierarchien eine Burg in sich baut und darin das „Licht der Welt“ in sich aufnehmen kann.

Auch unsere Seele kann sich selbst so verwandeln, dass das Bauen einer Burg möglich wird. Dies ist nicht nur eine wunderbare Vorbereitung zum vertieften Erleben des Weihnachtsgeschehens, es bietet ebenso die Möglichkeit der Realisation eines kräftigen, Ich-durchdrungenen Denkens.
Für mich liegt ein Schlüssel und eine Ermutigung für den Beginn einer solchen inneren Betätigung in der folgenden Stelle (M.M, Der Himmel auf Erden, Seite 20): „…Thomas von Aquin hat das später auf seine Weise gesagt: Wenn der Mensch Kenntnisse und Fähigkeiten entwickelt, die nicht leiblich sind, dann ist der Denker und das Gedachte ein und dasselbe. Wenn der Mensch im Geiste Gedanken von den Seraphim entwickelt, dann ist er das in diesem Moment, als wahrhaftiges Bild. Jeder Mensch kann Maria sein und in sich eine Burg für Christus bauen.“
Im folgenden beschreibe ich die 5 Schritte der Burgmeditation:

Maria werden – reines Denken
Ich setze meinen Willen in meinem Denken in Gang und wähle dazu einen sinnlichkeitsfreien
Inhalt, der nicht mit meinen persönlichen Vorlieben verbunden ist. Das kann auch der Begriff Maria sein, den ich zu weben anfange. Durch diese Aktivität kann ich denjenigen Teil der Seele finden, der „rein“ ist – gleich Maria – die als „reine Seele“ beschrieben wird, als reine Denksubstanz.

Der Wall der Demut
In dem reinen Denkstrom (in Maria in mir) können die Hierarchien nun mit meiner Aktivität und Hingabe einen Wall bauen…Ich lenke meine Aufmerksamkeit dafür auf den Begriff Demut, lasse nichts anderes zu als nur das Hervorbringen dieses Begriffes und versuche, ihn empfindend auch ganz zu werden.

Die Mauer der Geistbeständigkeit
Die zwei vorangehenden Schritte und Empfindungen mitnehmend lenke ich meine Konzentration nun auf die Geistbeständigkeit, verharre darin bis ich darin das „Sein“ der Geistbeständigkeit empfinde, das die Mauer der Burg bildet.

Der Turm des Mutes
Auf die bisherige Kraft aufbauend vertiefe ich mich in den Begriff des Mutes, will mit meinem ganzen Wesen nur noch Mut denken, fühlen und sein. Mit dieser Kraft wird der Turm der Burg in mir gebaut.

Das Bollwerk der Geisteskraft
Schließlich fokussiere ich meine Aufmerksamkeit auf den Begriff der Geisteskraft und verweile darin, bis auch sie Substanz bekommt als wesenhaftes Sein, das ich wahrnehmen kann und das Bollwerk der Burg bildet.
In der Burgmeditation als Ganzes kann ich diese vier Qualitäten des reinen Denkens kennenlernen, entwickeln und zu einem lebendigen Bauwerk erheben. Die Burg wird für mich durch das wiederholte Üben allmählich greifbarer und auch zu einem inneren „Schutz-Raum“, in dem ich Wahrhaftigkeit erlebe. Zudem öffnet er die Aussicht, dass sich die Hierarchien und das allumfassende Wesen der Hierarchien mit dem strebenden Menschen verbinden können.

Wer ist Mieke Mosmuller?

Mieke Mosmuller ist Ärztin, Schriftstellerin und Philosophin. Sie schreibt über aktuelle Themen, die ihren philosophisch-spirituellen Entwicklungsweg berühren, den sie 1983 begann,…

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30.03.2026 bis 01.04.2026
In der Woche vor Ostern werden wir unter der Leitung von Mieke Mosmuller die Kathedrale von Chartres besuchen. Wir übernachten im Gasthaus St. Yves, das sich direkt neben der Kathedrale befindet.

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