{"id":3936,"date":"2025-06-22T20:29:22","date_gmt":"2025-06-22T18:29:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/?p=3936"},"modified":"2025-06-22T20:29:38","modified_gmt":"2025-06-22T18:29:38","slug":"hundert-jahre-nach-der-weihnachtstagung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/hundert-jahre-nach-der-weihnachtstagung\/","title":{"rendered":"Hundert Jahre nach der Weihnachtstagung"},"content":{"rendered":"<p>1922, in der Silvesternacht auf 1923, brannte das Goetheanum in Dornach ab. Im folgenden Jahr wurde eine Besinnung wirksam. Rudolf Steiner hielt in jenem Jahr 1923 viele Vortr\u00e4ge dar\u00fcber, was Anthroposophie eigentlich ist und wie sie die Welt erobern k\u00f6nnte, wenn Anthroposophen sich in der richtigen Weise mit ihr befassen w\u00fcrden. Es war nat\u00fcrlich unvermeidlich, dass in jenem Jahr 1923 oft ein scharfer kritischer Ton von Rudolf Steiner zu h\u00f6ren war, und man stellt sich manchmal vor, wie es f\u00fcr die Zuh\u00f6rer gewesen sein muss, dass dieser Mann, der immer aus der geistigen Welt sch\u00f6pfte, in einem Vortrag den Umgang der Anthroposophen mit der gegebenen Anthroposophie scharf kritisierte.<br \/>\nIm Laufe des Jahres 1923 bildeten sich in ganz Europa Landesgesellschaften, die dann auf der Weihnachtstagung 1923\/24 gemeinsam eine Anthroposophische Gesellschaft gr\u00fcnden sollten. Eine Gesellschaft, die mit einem neuen Vorstand, mit Rudolf Steiner selbst als Vorsitzendem, neu gegr\u00fcndet werden sollte. In den Monaten davor muss er selbst Zweifel gehabt haben, ob dies der richtige Weg sei. Zeylmans (1): \u201eDas konnte man vielleicht zum ersten Mal merken, als er bei einer Tagung in den Niederlanden im November 1923 seine tiefen Zweifel zum Ausdruck brachte, ob er sich weiter f\u00fcr die neue Gesellschaft w\u00fcrde engagieren k\u00f6nnen.\u201c Er schlug vor (auch entsprechend einer Mitteilung von Willem Zeylmans), dass er vielleicht besser einen Orden gr\u00fcnden sollte. Sowohl Marie Steiner als auch Ita Wegman lehnten dies jedoch ab.<br \/>\n\u00dcber die Konstitution dieser neuen Gesellschaft wurde viel gestritten, da es Unklarheiten \u00fcber die Statuten und die Namensgebung gibt, bei denen nach Ansicht einiger Forscher der Wille Rudolf Steiners nicht respektiert wurde. So w\u00e4re der Name Anthroposophische Gesellschaft f\u00fcr den Verein gedacht gewesen, in den der esoterische Impuls einflie\u00dfen sollte, w\u00e4hrend die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft der Name f\u00fcr das Vereinswesen, das die \u2018Verwaltung\u2019 umfasste, gewesen w\u00e4re. Die Vermischung dieser beiden Teile am 8. Februar 1924 w\u00e4re gegen den Willen Rudolf Steiners erfolgt und damit w\u00e4re der etablierte Name Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft falsch. Es ist ein au\u00dferordentlich umfangreicher Stapel von Dokumenten mit kompliziertem Inhalt, die Aufschluss dar\u00fcber geben sollten. Wie genau es dazu gekommen ist, das ist noch immer die Frage.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2791\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/mieke_mosmuller-274x300.jpg\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/mieke_mosmuller-274x300.jpg 274w, https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/mieke_mosmuller.jpg 373w\" sizes=\"(max-width: 274px) 100vw, 274px\" \/><\/p>\n<p>Wenn man die Bedeutung der Anthroposophie verstanden hat, geht man nat\u00fcrlich dazu \u00fcber, die Beziehungen zu untersuchen, die damals zwischen den Menschen eine Rolle spielten. Was hat es zu bedeuten, dass Rudolf Steiner den Vorsitz der Anthroposophischen Gesellschaft \u00fcbernommen hat, w\u00e4hrend er vorher immer au\u00dferhalb geblieben ist, sozusagen als Zuschauer mitgewirkt hat, als geistiger Lehrer? Wenn das Denken nicht mehr nur in Abstraktionen abl\u00e4uft, sondern wenn man in den Gedanken auch Wirklichkeiten zu sehen vermag, dann beginnt man zu erleben, was es wirklich bedeutet, dass ein geistiger Lehrer den Vorsitz einer \u00e4u\u00dferen Vereinigung \u00fcbernommen hat. Er hat das nicht getan, damit dieser \u00e4u\u00dfere Verbund \u00e4u\u00dferlich bleibt, sondern er hat das gerade deshalb getan, damit der anthroposophische Impuls, den er in sich trug, in jedes Mitglied der anthroposophischen Gesellschaft, das bereit war, sich daf\u00fcr zu \u00f6ffnen, einflie\u00dfen konnte. Gerade deshalb musste er den Vorsitz haben, damit er aus dieser Position heraus diesen anthroposophischen Impuls wirklich weitergeben, direkt an die Mitglieder weiterleiten konnte. Man k\u00f6nnte sich vorstellen, dass die Gesellschaft dann tats\u00e4chlich ein esoterisches \u201eBein\u201c und ein \u00e4u\u00dferes \u201eBein\u201c gehabt h\u00e4tte. Die Mitglieder m\u00fcssten im esoterischen Teil selbst aktiv werden, um dann diesen Impuls zu erhalten. Wenn man die Berichte verfolgt, die 1924 \u00fcber die Wirkung der Weihnachtstagung erscheinen, sind sie zun\u00e4chst noch sehr positiv und optimistisch. Aber irgendwann gibt es einen Umschwung und es wird immer deutlicher, dass der Lebensalltag die Oberhand gewinnt und dass die Anthroposophen ihr Herz wieder mehr ihrem pers\u00f6nlichen Leben und ihren Interessen schenken als jenem universellen anthroposophischen Impuls, der in jedem Menschen individuell werden k\u00f6nnte.<br \/>\nIn einem Gespr\u00e4ch mit Friedrich Rittelmeyer, dem Mitbegr\u00fcnder der Bewegung f\u00fcr religi\u00f6se Erneuerung, sagte Rudolf Steiner (2):<\/p>\n<p>\u201eGlauben Sie denn, dass es die Anthroposophie weiterbringen wird als zu einem starken Einschlag in unsere Kultur? Glauben Sie, da\u00df sie wirklich als eine neue Kultur durchdringen kann?\u201c Er wurde \u00fcberraschend ernst. \u201eWenn die Menschheit nicht annimmt, was ihr jetzt geboten wird, so wird sie wieder hundert Jahre warten m\u00fcssen\u201c, sagte er. Eine tiefe Bewegung schien in ihm zu sein. Nicht blo\u00df Traurigkeit, sondern etwas wie ein Gerichtsgewitter. Er sprach nicht weiter. Ich habe es nie so gesehen, wie in einem Menschen die Seele einer ganzen Zeit erzittern kann.\u201c<\/p>\n<p>Ich habe nicht den Eindruck, dass man das in der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, wie sie sich seither weiterentwickelt hat, wirklich richtig erkennen will. Man hat mit der Gesellschaft und, soweit ich das sehe, mit der Illusion eines lebendigen Impulses der Anthroposophie in der Gesellschaft weitergemacht. Daran hat auch der Tod von Rudolf Steiner nichts ge\u00e4ndert. Man hat geglaubt, dass er den Impuls aus der geistigen Welt weitertragen w\u00fcrde &#8211; was er nat\u00fcrlich auch getan hat, aber in einer anderen Weise. Auch der Kampf zwischen den f\u00fchrenden Pers\u00f6nlichkeiten der Anthroposophischen Gesellschaft, innerhalb des Vorstandes, \u00e4nderte nichts an der Illusion einiger dieser Vorstandsmitglieder, dass alles reibungslos laufen und wie gewohnt weitergehen k\u00f6nne, wenn nur ein paar St\u00f6renfriede verschw\u00e4nden. Der Vorstand war zu einer Ruine geworden, so wie das Goetheanum zu einer Ruine geworden war, und man hielt an der Vorstellung fest, dass es der Anthroposophie auf Erden gut ginge.<\/p>\n<p>Nun kommt man als Mensch irgendwann auf die Erde zur\u00fcck, man wei\u00df nicht, aus welcher Zeit man kommt, man wei\u00df auch nicht, dass es Anthroposophie gibt. Irgendwann erkannte ich dieses Wort und es sagt mir nichts. Ich traf jemanden, der Anthroposoph war, und obwohl ich diesen Menschen sch\u00e4tzte, war er nicht jemand, der einen f\u00fcr die Anthroposophie erw\u00e4rmen w\u00fcrde. Erst als ich das Wort von Rudolf Steiner selbst kennenlernte, z\u00fcndete die Flamme und entflammte die Seele f\u00fcr die Anthroposophie. Das wird nat\u00fcrlich zu einem individuellen Elan, aber gleichzeitig kommt dieser Elan aus dem universellen Feuer, der geistigen Anthroposophie. Wenn man dieses Feuer in sich selbst gefunden hat, beginnt man nat\u00fcrlich, nach Br\u00fcdern und Schwestern zu suchen.<br \/>\nJos und ich waren von Anfang an Geschwister im Studium und in der Meditation der Anthroposophie, und manchmal gab es pl\u00f6tzlich jemand anderen, der denselben Impuls hatte &#8211; individuell unterschiedlich ausgearbeitet.<br \/>\nAber in der Anthroposophischen Gesellschaft haben wir diesen Impuls nicht gefunden, und ich kann eine gewisse Bewunderung haben f\u00fcr Menschen, die es in der Anthroposophischen Gesellschaft aushalten, die sich vielleicht sogar dort begeistern und bleiben. Wir selbst haben es 14 Jahre lang in ihr ausgehalten und haben nach dem urspr\u00fcnglichen Impuls gesucht, im Vertrauen darauf, dass er da ist. Auf der anderen Seite verstehe ich auch \u00fcberhaupt nicht, dass sich Mitglieder dort zu Hause f\u00fchlen. Ich habe immer den Eindruck gehabt: Wenn sich jemand dort zu Hause f\u00fchlt, dann hat er nicht wirklich verstanden, was Anthroposophie ist. Es ist etwas ganz anderes als das, was Anthroposophie in der Anthroposophischen Gesellschaft ist. Das Lebenszeichen des \u201eh\u201c wird im modernen Niederl\u00e4ndischen zu Recht weggelassen, aus Anthroposophie ist tats\u00e4chlich Antroposofie geworden. Das Schwierige daran ist, dass man gleichzeitig sagen k\u00f6nnte: Man sch\u00f6pft gemeinsam aus der gleichen Quelle, man nimmt den Namen ihres Gr\u00fcnders in den Mund. Das muss doch auf eine geistige Verbindung hinweisen? Und doch scheint es eine andere geistige Str\u00f6mung zu sein. Es ist, als ob man eine vertraute Umgebung betritt und alles so ist, wie es dem Inhalt nach zu erwarten ist, in der aber das Leben, das die Atmosph\u00e4re bestimmt, ganz anders ist.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich den folgenden Vergleich anstellen. Es gibt ein Buch, das ein Bestseller ist. Es ist ein Roman \u00fcber Russland, \u00fcber die Machtergreifung Putins und \u00fcber seinen Begleiter, seinen jahrelangen Berater im Kreml, der als Magier, als eine Art Rasputin gilt. Es ist ein Roman. Putin hei\u00dft Putin, aber der Magier tr\u00e4gt einen erfundenen Namen, es gibt niemanden mit diesem Namen, der diese Funktion gehabt hat. Aber man sieht nat\u00fcrlich \u00c4hnlichkeiten mit jemandem, der diese Funktion in der Realit\u00e4t hatte. Wie dem auch sei, das Buch wurde von einem in Frankreich geborenen Italiener geschrieben, der auch die Schweizer Staatsb\u00fcrgerschaft besitzt. Das Interessante ist, dass es ein Buch ist, das man bis zum Ende lesen m\u00f6chte. Es geht um Russland, es geht um die russische Spitze, auch um die Oligarchen, um die Zeit nach dem Fall der Mauer, um die Zeit mit Gorbatschow und Jelzin und dann schlie\u00dflich um Putin.<br \/>\nIch habe eine Menge russischer Romane gelesen. Diese russischen Romane beschreiben auch das russische Leben, aber von vor l\u00e4ngerer Zeit. Wenn man das liest, f\u00fchlt man einen unbeschreiblichen Reiz, weil man dann wei\u00df, wie die Seele des russischen Volkes ist. Das kann man nicht beschreiben, und es ist auch kein subjektives Gef\u00fchl, sondern es ist etwas, das zum Bereich des Wissens geh\u00f6rt, jedoch nicht in Worte gefasst werden kann. So wie man auch einen Geruch nicht erkl\u00e4ren kann. Man muss auf Beschreibungen zur\u00fcckgreifen, um deutlich zu machen, was man eigentlich meint. Das habe ich auch bei Weinkennern bemerkt, die Weine nach einem bestimmten Protokoll beschreiben. Diese m\u00fcssen auch auf andere Qualit\u00e4tskategorien f\u00fcr Aroma und Geschmack zur\u00fcckgreifen. Sie k\u00f6nnen nicht einfach sagen: s\u00fc\u00df, sauer oder bitter, das ist zu wenig. Das muss beschrieben werden, und selbst dann wei\u00df man: Es wird nie genau so wiedergegeben werden k\u00f6nnen, dass die Person, die es liest, dann wei\u00df, was es ist.<br \/>\nIch habe eine solche Erfahrung mit der russischen Volksseele gemacht und da sind nicht einmal Beschreibungen m\u00f6glich. Man kommt mit diesem Wesen und Wirken nur in Ber\u00fchrung, wenn ein Russe selbst spricht. Nun ist dieses Buch von einem Italiener (oder eben einem Schweizer) geschrieben worden &#8211; es ist ganz klar, dass er es gut vorbereitet hat, und dass er auch \u00fcber bestimmte Prinzipien der Macht Bescheid wei\u00df, dass er auch Russland und die Russen sehr gut kennt. Wenn er mit der Person des Magiers im Kreml spricht, dann h\u00f6rt man einem Russen zu, der genau wei\u00df, was in Russland ist und passiert. Er beschreibt das. Aber es ist die Feder eines Italieners, und obwohl die Beschreibung zweifellos \u00e4u\u00dferst genau und pr\u00e4zise ist, obwohl es ein Roman ist, habe ich nirgendwo die russische Volksseele erlebt. Nicht einmal bei der Beschreibung der Oligarchen. Man liest \u00fcber die Bizarrheit des Lebens dieser Leute, es wird eine Begegnung mit Prigoschin beschrieben, der in Wirklichkeit ein Russe ist\/war, der sich auch so verh\u00e4lt &#8211; aber das Erlebnis ist nicht da.<br \/>\nDas, was ich jetzt beschreibe, ist \u00e4hnlich wie meine Erfahrung mit der Anthroposophie auf Erden. Es gibt hochqualifizierte Menschen, die sich mit der Anthroposophie sehr gut auskennen, die sie auch erleben. Und dennoch &#8230; das, was man erlebt, wenn Rudolf Steiner selbst spricht und aus der Anthroposophie spricht, kommt nicht in Erscheinung. Es kommt nicht vor, wenn man heute auf der Erde mit Anthroposophie in Ber\u00fchrung kommt. Ich bin \u00fcberzeugt, dass dies mit der mangelnden Entwicklung des reinen lebendigen Denkens zusammenh\u00e4ngt, wodurch die \u201eAtmosph\u00e4re\u201c fehlt.<br \/>\nIm Artikel von Tjeerd van Rees Vellinga finden wir im Anhang eine Reihe von Zitaten, in denen Rudolf Steiner auf die Wichtigkeit und auch auf die Notwendigkeit der Entwicklung des reinen lebendigen Denkens hinweist und sie sogar als Voraussetzung nennt, um \u00fcber Anthroposophie sprechen zu d\u00fcrfen. Wenn das befolgt w\u00fcrde, w\u00fcrde ein gro\u00dfes Schweigen eintreten. Dann w\u00fcrde die Weihnachtstagung am Goetheanum 2023\/24 zu einer stillen Veranstaltung werden, in der die Teilnehmer gleichsam reuevoll bekennen w\u00fcrden, dass sie das, was Rudolf Steiner schon zu seiner Zeit vermisst hat, noch nicht getan haben.<br \/>\nIch muss mich nat\u00fcrlich selbst au\u00dfer Acht lassen, ich \u00fcberlasse es dem Leser, ob in meinem Werk die anthroposophische Seele und der anthroposophische Geist sprechen. F\u00fcr mich selbst ist meine Quelle ganz bewusst klar die wahre Anthroposophie. Aber ich finde diese wahre Anthroposophie, die nur von jemandem vertreten werden kann, der reines lebendiges Denken entwickelt hat, nicht in der Gesellschaft, obwohl ich jahrzehntelang aufrichtig danach gesucht und darauf vertraut habe, dass eine Zeit kommen w\u00fcrde, in der ich sie finden w\u00fcrde. Ich habe sie nur im Geist gefunden. Ich wurde \u00fcbrigens nie gebeten, sie in die Gesellschaft einzubringen.<\/p>\n<p>Mit diesem R\u00e4tsel leben wir ein Lebensr\u00e4tsel. Es richtet sich f\u00fcr mich nicht gegen bestimmte Personen, sondern gegen eine bestimmte geistige Str\u00f6mung, der sich diese Personen \u00f6ffnen, die dann auch unterschiedlich ist, aber der Grundton ist der gleiche, erkennbar aus Tausenden. Das ist, wie ich es erlebe, keine Anthroposophie.<br \/>\nJetzt kommen wir zeitlich zu 100 Jahre Weihnachtstagung. Ich habe ausf\u00fchrlich beschrieben &#8211; zum Beispiel in <em>Der lebendige Rudolf Steiner<\/em> -, dass ich das Fortleben des Impulses der Weihnachtstagung f\u00fcr eine Illusion halte.<br \/>\nAber nach 100 Jahren wird es eine neue M\u00f6glichkeit geben. Das hei\u00dft nat\u00fcrlich nicht, dass das am 24. und 25. Dezember abgeschlossen sein muss. Es bedeutet, dass es eine Geist-Besinnung darauf geben sollte, was Anthroposophie wirklich ist, was sie mit \u201aAtmosph\u00e4re\u2018 ist, und was Anthroposophie im Herzen der Menschen wird. Ich habe mich in den letzten Jahren mit den Freunden, mit denen wir gearbeitet haben, sehr intensiv damit besch\u00e4ftigt, um diesen anthroposophischen Impuls herauszuarbeiten. Ich glaube, dass es eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr eine wirkliche Erneuerung der Weihnachtstagung gibt. Aber Dornach wird nicht der Ort sein, an dem das geschieht. Es muss nun wirklich das menschliche Herz sein, das sich nach Anthroposophie sehnt, wo diese Anthroposophie als aktiver Impuls die Seele entflammt, aus Liebe zu der Weisheit, zu der der Mensch f\u00e4hig ist.<\/p>\n<p>Ich habe im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts eine Reihe von \u201eschockierenden\u201c B\u00fcchern geschrieben, kritisch, weil ich nicht \u00fcber Anthroposophie schreiben konnte, ohne zuerst meinen Standpunkt dargelegt zu haben.<br \/>\nDas schlie\u00dfe ich nun mit diesem Artikel ab, in dem ich zum Ausdruck bringe, dass das wahre Wesen der Anthroposophie nicht in der Anthroposophischen Gesellschaft liegt. Ich schlie\u00dfe nicht aus, dass es Mitglieder gibt, bei denen dieser Impuls vorhanden ist, aber der Gestus und die Mimik und das Wort, das die Gesellschaft als Ganzes zeigt und h\u00f6rt, also das Wesen, ist nicht die Anthroposophie, die Rudolf Steiner auf die Erde gebracht hat, auch wenn sein Name klingt und die Worte entsprechend sind. Sein Wort verbindet uns, aber nur dann, wenn dieses Wort auch die richtige Denkund Erlebnissph\u00e4re, also das wahre Wesen, tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2244 size-large\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/D4510292-0CFA-45F7-83FA-DD7DA9572331-605x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"605\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/D4510292-0CFA-45F7-83FA-DD7DA9572331-605x1024.jpg 605w, https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/D4510292-0CFA-45F7-83FA-DD7DA9572331-177x300.jpg 177w, https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/D4510292-0CFA-45F7-83FA-DD7DA9572331.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/p>\n<p>San Michele e il drago, Raffaello, 1505<\/p>\n<p>________________<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>1 <em>De Grondsteen<\/em>, Willem Zeylmans van Emmichoven, S. 38\/39<br \/>\n2 <em>Meine Lebensbegegnung mit Rudolf Steiner<\/em>, Friedrich Rittelmeyer, 12. Auflage 2007, S. 83\/84<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1922, in der Silvesternacht auf 1923, brannte das Goetheanum in Dornach ab. Im folgenden Jahr wurde eine Besinnung wirksam. Rudolf Steiner hielt in jenem Jahr 1923 viele Vortr\u00e4ge dar\u00fcber, was Anthroposophie eigentlich ist und wie sie die Welt erobern k\u00f6nnte, wenn Anthroposophen sich in der richtigen Weise mit ihr befassen w\u00fcrden. 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