{"id":3674,"date":"2015-01-31T00:00:00","date_gmt":"2015-01-30T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/im-anfang-war-das-wort\/"},"modified":"2025-06-22T17:06:04","modified_gmt":"2025-06-22T15:06:04","slug":"im-anfang-war-das-wort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/im-anfang-war-das-wort\/","title":{"rendered":"\u201eIm Anfang war das Wort\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wer k\u00f6nnte von sich sagen, dass er an diese Worte heranreichen w\u00fcrde? An ihren Sinn, ihre Bedeutung, ihren Klang, ihre H\u00f6he? An das, wovon sie sprechen&#8230;<br \/>\nGerade dies, die ersten vier S\u00e4tze des Johannes-Evangeliums, war dasjenige, was Mieke Mosmuller zum Inhalt des dritten Sommerseminars gew\u00e4hlt hatte. Und zum Abschluss dieses au\u00dfergew\u00f6hnlichen Seminars betonte sie am Ende des gemeinsamen innigen R\u00fcckblickes, dass es nicht so ist, dass sie die Inhalte dieser Seminare bewusst aussucht \u2013 sondern dass sie sich einige Zeit vorher einstellen, dass die Themen selbst <em>kommen<\/em>.<br \/>\nDer Johannes-Prolog war also gekommen, um Thema dieser vier Tage zu werden \u2013 und aus Holland, Deutschland, der Schweiz und D\u00e4nemark kamen wiederum fast drei\u00dfig Menschen, die sich inzwischen schon herzlich verbunden waren und einer neuen intensiven Zusammenarbeit voller Freude und Erwartung entgegensahen.<\/p>\n<p>Aber wer k\u00f6nnte erwarten, sich dem Urbeginn n\u00e4hern zu k\u00f6nnen? Dem Logos? Dem Geheimnis zwischen dem Vater und dem Sohn? Dem Anfang aller Sch\u00f6pfung noch vor Beginn der Zeit&#8230;<br \/>\nAuf verschiedenen Geisteswegen f\u00fchrte Mieke Mosmuller uns in dieses Geheimnis hinein \u2013 ein Weg, der eigentlich unm\u00f6glich scheint, der aber \u2013 wie man staunend erlebt \u2013 in diesen vier Tagen wirklich gegangen wird. Man erlebt, dass man <em>gegangen <\/em>ist. Man kann nicht sagen, wie weit. Alles erscheint einem ganz ungen\u00fcgend. Und doch empfindet man mit gro\u00dfer Dankbarkeit, dass nicht nur die Ohnmacht ein alles \u00fcberw\u00e4ltigendes Erlebnis war, sondern dass es in dem gemeinsamen \u00dcben innerlich Punkte, Momente, Erlebnisse gab, wo man empfand: Jetzt, jetzt gelingt ein St\u00fcck weit, was gefragt ist, was versucht wird, worum man sich mit aller Kraft bem\u00fcht. Ahnungen sind das dann. Ahnungen von etwas sehr Gro\u00dfem, Ahnungen von einem ungeheuren Weg, auf dem man nun vielleicht einen einzigen kleinen Schritt gemacht hat \u2013 aber welch eine Bedeutung <em>hat <\/em>dieser Schritt! Denn durch ihn empfindet man wirklich den Weg, und durch ihn begreift man, dass er wirklich, wirklich gangbar ist, f\u00fcr jeden Menschen, der nur all seine inneren Kr\u00e4fte zu entfalten versucht.<br \/>\nUnd welch eine Forderung, welch eine \u00dcberforderung war es, was in diesem Seminar versucht wurde \u2013 und auch getan wurde, in aller Anf\u00e4nglichkeit, aber es ging doch auch gerade um den Anfang!<\/p>\n<p>Dem gewohnten, gew\u00f6hnlichen Bewusstsein wohl noch am n\u00e4chsten war die Vertiefung der einzelnen Worte des Prologs durch Thomas von Aquin. Und doch war die N\u00e4he nur scheinbar, denn welch ein Denken entfaltet dieser Doctor angelicus! Wie tief kann man an seinen ruhig und kristallklar sich entwickelnden Gedanken empfinden, was das Denken <em>eigentlich<\/em>ist; wie rein es sein kann, wie tief es in die <em>Bedeutung <\/em>der Worte eintauchen kann \u2013 und wie hier das wahre, hohe, heilige Wesen des Denkens selbst beginnt. Ein heiliges <em>Verstehen<\/em>, ein Eintauchen, ein v\u00f6lliges Sich-Verbinden mit der Wirklichkeit, die tiefe Bedeutungs-F\u00fclle ist, das ist das Wesen des Denkens, der menschlichen Intelligenz. Etwas Heiliges, das f\u00e4hig ist, das Heiligste wirklich zu erkennen, sich erkennend mit dem Erkannten zu vereinigen.<\/p>\n<p>Und wenn man verfolgt, wie Thomas von Aquin selbst das Erleben des kleinen Wortes \u201ebei\u201c (apud Deum, bei Gott) substantiell macht; wie auch hier jenseits des allt\u00e4glichen Intellekts ein Eintauchen in die Realit\u00e4t dessen, was ein Wort tats\u00e4chlich bedeutet, m\u00f6glich wird \u2013 so ist einem v\u00f6llig klar geworden, dass das gew\u00f6hnliche Denken allerh\u00f6chstens noch wie ein Windhauch an der Wirklichkeit entlangstreift und wie wir mit dem gew\u00f6hnlichen Denken eigentlich nur noch ein <em>Nichts <\/em>haben&#8230;<br \/>\nDies wirklich zu erleben, ist etwas, wohin Mieke Mosmuller einen f\u00fchrt. Schrittweise lernt man, dies mit der eigenen Seele zu erleben, mit dem eigenen Denken zu empfinden. Man lernt, dieses Denken in einer anderen Weise zu entfalten, kr\u00e4ftiger, tiefer, sich verbindend mit dem wirklichen Willen.<\/p>\n<p>Mit der Kraft dieses sich immer mehr in seiner Realit\u00e4t findenden Denkens kann dann eigentlich auch erst ein weiterer Schritt getan, eine weitere Art des Erlebens betreten werden, die wir in diesen vier Tagen ge\u00fcbt haben: Das Erleben der fr\u00fchesten Sch\u00f6pfungszust\u00e4nde, wie Rudolf Steiner sie beschreibt. Nicht blo\u00df die von ihm gesprochenen Worte intellektuell erfassen und zur Kenntnis nehmen, sondern das hier Beschriebene innerlich selbst <em>tun <\/em>\u2013 das ist die ungeheure Aufgabe. Eine Ann\u00e4herung an die fr\u00fchesten Erdenzust\u00e4nde, indem man versucht, durch innere Aktivit\u00e4t zu <em>erleben<\/em>, was das ist: der Opferwille der Throne, die schenkende Tugend der Kyriotetes&#8230; Es ist klar, dass man an die kosmisch-g\u00f6ttliche Dimension dieses Urbeginns nicht herankommt, und doch tr\u00e4gt man all dies in sich \u2013 denn die Sch\u00f6pfung ist noch immer <em>da<\/em>, und der Mensch ist gerade aus dieser Sch\u00f6pfung hervorgegangen. Wenn wir nur den Mut haben, dies ernst zu nehmen, ist der Weg des realen inneren Tuns der Beginn einer Vertiefung, die unendlich erweitert werden kann. Und auch hier erm\u00f6glicht jeder einzelne Schritt, eine Ahnung zu bekommen, dass man hier einer Realit\u00e4t, einem realen Erkennen entgegengeht. \u2013 Indem die von Rudolf Steiner beschriebenen imaginativen Schilderungen so intensiv wie m\u00f6glich nachvollzogen werden und die reine Seelenkraft des F\u00fchlens st\u00e4rker und st\u00e4rker wird, indem diese im F\u00fchlen zu findenden Qualit\u00e4ten immer kr\u00e4ftiger hervorgebracht werden \u2013 getragen von der F\u00e4higkeit des reinen Denkens, und so ohne Ankl\u00e4nge an pers\u00f6nliche Empfindungen oder Erinnerungen \u2013, kann diese Seelenkraft schlie\u00dflich die Br\u00fccke zur Imagination werden.<\/p>\n<p>Der dritte dieser Wege waren die Laute des Prologs in lateinischer Sprache. Mieke Mosmuller f\u00fchrte hinein in eine Lautmeditation, in der versucht wurde, innig in die Bewegung der Sprachorgane einzutauchen, ohne den realen Willen wirklich bis in die T\u00e4tigkeit hineinzuf\u00fchren. Eine Zur\u00fcckhaltung des Willens kurz vor der Verwirklichung der \u00e4u\u00dferen Bewegung also war es, was ge\u00fcbt wurde. \u2013 Diese m\u00f6glichst starke Bewusstmachung des in die Sprache hineinwirkenden Willens f\u00fchrt einen einem bewussten Erleben der Bewegung des \u00c4therleibes und auch einer Intuition des Karma entgegen. Diese Erkenntnisbewegung wurde auch durch eine Vertiefung in die sichtbare Eurythmie der Worte des Prologs (gegeben von Raphaela K\u00fchne) verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Der vierte Weg bestand in einer Vertiefung in die Planetensiegel des Ersten Goetheanum. Rudolf Steiner selbst schrieb dar\u00fcber, dass dem Menschen etwas von den fr\u00fchesten Zust\u00e4nden der Erden- und Menschheitsentwicklung aufleuchten kann, wenn er sich mit ganzer Seele in die Formen dieser Siegel einlebt. Was er in der Vortragsreihe \u201eDie Evolution vom Gesichtspunkte des Wahrhaftigen\u201c imaginativ in Worten schildert, enthalten die Figuren dieser Siegel umfassend in Form einer okkulten Schrift. Und indem man sich wirklich mit ganzer Seele in diese Formen einzuleben versucht, empfindet man sehr deutlich, dass dies noch ein ganz anderer, viel tieferer Zugang zur Wirklichkeit dieser fr\u00fchesten Zust\u00e4nde ist, als es ein intellektuelles Deuten und Interpretieren je sein k\u00f6nnte. Zun\u00e4chst verbanden wir uns intensiv zeichnend mit den Formen des Saturn-, Sonnen- und Monden-Siegels und ihren \u00dcberg\u00e4ngen und vertieften uns dann auch meditativ in diese. Dieses tiefe SichEinleben in die okkulte Schrift wird bei gen\u00fcgend langer \u00dcbung schlie\u00dflich dazu f\u00fchren, dass diese sich in der Seele in einem von der Inspiration ber\u00fchrten Erleben ausspricht.<\/p>\n<p>Es mag deutlich sein, dass ein viert\u00e4giges Erleben dieser Wege vor allem immer wieder Ohnmachtserlebnisse mit sich bringen muss. Aber in bewundernswerter Klarheit verdeutlichte Mieke Mosmuller auch immer wieder, dass es nicht um \u201eErgebnisse\u201c geht, sondern um ein ernsthaftes Entfalten des <em>Strebens<\/em>. Und im Laufe dieser vier Tage wurde das Streben selbst zu einem Erlebnis. Es wurde ganz deutlich, dass dieses Streben nicht vergeblich und illusion\u00e4r ist, sondern in eine Bewegung hineinf\u00fchrt, einen Weg erahnbar und erlebbar macht.<br \/>\nEin Erleben des Geistesweges als Realit\u00e4t \u2013 das war es, was mit diesem Seminar jedem Teilnehmer als pers\u00f6nliches Erlebnis m\u00f6glich wurde. Zugleich ist dieser Weg nun bereits im dritten Jahr betreten und erf\u00e4hrt mit jedem Jahr eine weitere Vertiefung&#8230; Und ein reales Gleichnis war es, als trotz mangelhafter F\u00e4higkeiten im Gesang nach t\u00e4glichem \u00dcben am Ende in wunderbarer Gestaltung und Vierstimmigkeit Mozarts \u201eAve verum corpus\u201c erklang.<\/p>\n<p>Die Arbeit von Mieke Mosmuller, unterst\u00fctzt von Jos Mosmuller, verdient gr\u00f6\u00dfte Dankbarkeit, denn mit aller Kraft wirkt diese Geistes-Lehrerin f\u00fcr eine Auferstehung der lebendigen Anthroposophie im einzelnen Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/ChristusGlorie.jpg\" alt=\"ChristusGlorie\" width=\"400\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer k\u00f6nnte von sich sagen, dass er an diese Worte heranreichen w\u00fcrde? An ihren Sinn, ihre Bedeutung, ihren Klang, ihre H\u00f6he? An das, wovon sie sprechen&#8230; Gerade dies, die ersten vier S\u00e4tze des Johannes-Evangeliums, war dasjenige, was Mieke Mosmuller zum Inhalt des dritten Sommerseminars gew\u00e4hlt hatte. Und zum Abschluss dieses au\u00dfergew\u00f6hnlichen Seminars betonte sie am [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":2318,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[33],"tags":[],"class_list":["post-3674","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3674","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3674"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3674\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3823,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3674\/revisions\/3823"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3674"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3674"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3674"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}