{"id":3639,"date":"2015-07-10T00:00:00","date_gmt":"2015-07-09T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/einleitung-zur-buchpraesentation-von-goethes-maerchen-von-der-gruenen-schlange-und-der-schoenen-lilie\/"},"modified":"2025-06-22T16:56:00","modified_gmt":"2025-06-22T14:56:00","slug":"einleitung-zur-buchpraesentation-von-goethes-maerchen-von-der-gruenen-schlange-und-der-schoenen-lilie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/einleitung-zur-buchpraesentation-von-goethes-maerchen-von-der-gruenen-schlange-und-der-schoenen-lilie\/","title":{"rendered":"Einleitung zur Buchpr\u00e4sentation von Goethes \u201eM\u00e4rchen von der gr\u00fcnen Schlange und der sch\u00f6nen Lilie\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"LEFT\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jos.jpg\" alt=\"Jos\" height=\"250\" \/><br \/>\nJos Mosmuller<\/div>\n<div>\n<p>Herzlich willkommen zur Buchpr\u00e4sentation des M\u00e4rchens \u201eDie gr\u00fcne Schlange und die sch\u00f6ne Lilie\u201c von Johann Wolfgang von Goethe. Bevor ich Ihnen etwas \u00fcber die Entstehung des M\u00e4rchens erz\u00e4hlen werde, will ich eine kurze Beschreibung von Goethes Leben geben.<\/p>\n<div style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Die Zeit, in der er lebte, war die Zeit, die als die Epoche der Aufkl\u00e4rung bekannt ist, das 18. Jahrhundert. Goethe geh\u00f6rt zur Str\u00f6mung der Klassiker. Es war die Zeit nach dem Achtzigj\u00e4hrigen Krieg der Niederlande und dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg in Deutschland. Es waren Glaubenskriege zwischen Katholiken und Protestanten. Zwischen den Habsburgern und den \u00fcbrigen K\u00f6nigsh\u00e4usern. Es war die Zeit von Ludwig XV. und XVI. von Frankreich, Georg III. von England, Friedrich dem Gro\u00dfen von Preu\u00dfen und Maria Theresia von \u00d6sterreich. Die Zeit des Physikers Newton, der Philosophen Hume, Locke, Voltaire, Rousseau, Kant, Herder, Fichte, Schelling und Hegel, der romantischen Dichter Schlegel, Novalis und Tieck, der Komponisten Bach, Mozart, Beethoven und Schubert, des Entstehens der Franz\u00f6sischen Revolution 1789 bis 1795, der Unabh\u00e4ngigkeit der Vereinigten Staaten 1793 und des Aufstiegs von Napoleon.<\/p>\n<p>Nach den Glaubenskriegen im 16. und 17. Jahrhundert trat in Europa eine beh\u00e4bige Ruhe ein, wobei der Adel und die Kirchen immer mehr Macht gewannen und die St\u00e4dte und B\u00fcrger immer abh\u00e4ngiger wurden. Der Absolutismus entstand. Viele Philosophen und K\u00fcnstler widersetzten sich dagegen, und dies m\u00fcndete schlie\u00dflich in der Franz\u00f6sischen Revolution, die aus der Sehnsucht nach Freiheit, Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit entstand.<\/p>\n<p>Goethe wurde mitten in diese reiche und unruhige Zeit hineingeboren, 1749 in Frankfurt am Main. Sein Vater Johann Kaspar Goethe war kaiserlicher Rat, seine Mutter Katharina Elisabeth Textor kam aus einer Familie von Sch\u00f6ffen und B\u00fcrgermeistern. Wolfgang und seine Schwester Cornelia wurden durch ihren Vater streng, aber in Reichtum erzogen. Er genoss nur wenig Freiheit. Von Kindheit an hatte er einen leichten Umgang mit den Menschen in der Stadt. Er war ein kr\u00e4ftiger, breitschultriger Mann mit einer guten Kondition. Er konnte reiten, Schlitten fahren, Feste feiern, Theater spielen; er hatte eine imponierende Sch\u00f6nheit und einen scheinbar unverw\u00fcstlichen Leib.<\/p>\n<p>Mit sechzehn Jahren begann er, in Leipzig Jura zu studieren. Hier lernte er die Galanterie des franz\u00f6sischen Stils kennen, die Literatur von Voltaire und Corneille, und er kam mit den Freimaurern in Kontakt.<\/p>\n<p>Als er 21 war (1770), ging er nach Stra\u00dfburg im Elsass, um das Jurastudium abzuschlie\u00dfen. Diese franz\u00f6sisch-deutsche Stadt liebte er sehr. Er beschreibt die festliche Durchreise der \u00f6sterreichischen Prinzessin Marie Antoinette, der jungen k\u00fcnftigen Frau von Ludwig XVI. von Frankreich. Hier lernte er mit Jung-Stilling den Pietismus kennen. Auch nahm er Kenntnis von dem franz\u00f6sischen Philosophen Rousseau und seinem \u201eContract social\u201c, dem er nicht viel abgewinnen konnte. Shakespeare wurde verehrt. Er lernte Herder, Pfarrer aus Riga, und seine Fragmente zur Deutschen Literatur kennen. Voltaire beschreibt er als einen gro\u00dfartigen Franzosen, der ihm zufolge der Anstifter der Franz\u00f6sischen Revolution war. Hier beginnt er, die ersten St\u00fccke des \u201eFaust\u201c zu schreiben. Er erlebt seine Liebe f\u00fcr die junge Pfarrerstochter Friederike Brion.<\/p>\n<p>1771 promovierte Goethe als Jurist in Stra\u00dfburg, ging zur\u00fcck nach Frankfurt und wurde auf Wunsch des Vaters Advokat am Gericht. Er arbeitete mit viel Energie und Freude. Das Literarische blieb f\u00fcr ihn jedoch die Hauptsache, worin ihn seine Mutter anregte. Hier\u00fcber sagt er dann auch: \u201eVom Vater hab&#8216; ich die Statur und des Lebens ernstes F\u00fchren; Vom M\u00fctterchen die Frohnatur und die Kunst des Fabulierens.\u201c<\/p>\n<p>Von seinem 22. Lebensjahr an bekam sein Leben mehr Fahrt und Produktivit\u00e4t. Er schreibt \u201eG\u00f6tz von Berlichingen\u201c und wird hiermit unmittelbar der gr\u00f6\u00dfte Dichter Deutschlands. Er beschreibt darin die Ritterschaft und identifizierte sich stark mit dieser. Er beschreibt in diesem Roman, wie er nur anerkennt, was er selbst als richtig anerkennen kann. Es war ein Aufstand gegen das formale, unpers\u00f6nliche r\u00f6mische Recht, das in Deutschland zu starker Geltung gekommen war. Es ging Goethe um die individuelle Freiheit.<\/p>\n<p>1772 zieht er nach Wetzlar, um am h\u00f6chsten Gerichtshof zu arbeiten. Er befreundet sich mit Lotte Boeff und ihrem Verlobten K\u00e4stner. Er gibt der Liebe, die er f\u00fcr dieses M\u00e4dchen empfand, nicht nach, und wird zum Schreiben der &#8218;Leiden des jungen Werthers&#8216; inspiriert, was unmittelbar ein europ\u00e4ischer Erfolg wird. Sogar Napoleon liest sie und will dem Dichter begegnen. Goethe begegnete Napoleon sp\u00e4ter dreimal und empfing von ihm den Orden der Ehrenlegion.<\/p>\n<p>Dann folgt die Begegnung mit Lavater, Theologe aus Z\u00fcrich, der anl\u00e4sslich seines Buches \u201eDie Aussichten in die Ewigkeit\u201c eine Tournee durch Deutschland macht. Als Lavater sp\u00e4ter die \u201ePhysiognomischen Fragmente zur Bef\u00f6rderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe\u201c schreibt, sorgt Goethe f\u00fcr den Druck des Buches. In seinem Gedicht \u201eMahomets Gesang\u201c stellt er Lavater als Held einer Trag\u00f6die dar.<\/p>\n<p>1773 begegnet er Jacobi, Gesch\u00e4ftsmann und Hofbeamter in D\u00fcsseldorf. Mit ihm hat Goethe zum ersten Mal eine reine und tiefe Freundschaft, aber Jacobi kopiert sein Werk und dies f\u00fchrt schlie\u00dflich zu einer traurigen Entfremdung.<\/p>\n<p>Goethe hatte in seinen religi\u00f6sen Erlebnissen zwei gro\u00dfe \u00dcberzeugungen: Es gibt einen pers\u00f6nlichen Gott, der einen Willen und ein Ziel mit der Menschheit hat, und es gibt eine individuelle Unsterblichkeit. Seine Frage war: Wie erwirbt der Mensch h\u00f6here Einsicht? Die Wissbegier war f\u00fcr ihn hierzu das Instrument, und so kam er zu Spinozas Ethik.<\/p>\n<p>1774 lernte er Lili Sch\u00f6nemann, eine 16-j\u00e4hrige Frankfurter Bankierstochter, kennen, mit der er sich verlobte und ein Jahr lang ein intensives Verh\u00e4ltnis hatte. Jeder erwartete eine Hochzeit in gro\u00dfem Stil, aber die b\u00fcrgerliche Bankiersfamilie sah das gro\u00dfe Dichtergenie nicht gern als Partie ihrer Tochter. Lili und Goethe wurden \u00fcber ihr Verh\u00e4ltnis immer unsicherer. Nach einer Reise durch die Schweiz trennte er sich zum gro\u00dfen Verdruss seiner Mutter wieder und begegnete dem k\u00fcnftigen Herzog Carl August von Weimar in Frankfurt \u2013 der ihn einlud, nach Weimar zu kommen.<\/p>\n<p>Er wollte zu dieser Zeit stets nach Italien reisen, folgte der Einladung des Herzogs jedoch und kam 26-j\u00e4hrig in Weimar an. Das war f\u00fcr einen S\u00fcdwestdeutschen aus dem Rheinland, wo man Reichtum, Luxus und ausgedehnte Geselligkeit kannte, ein gro\u00dfer Schritt. Das arme, geschlossen b\u00fcrgerliche Th\u00fcringen, wo man keinen Wein, sondern Bier trank und sehr h\u00e4uslich lebte, war f\u00fcr Goethe eine Pr\u00fcfung. Aber er genoss hier das Vertrauen des Herzogs Carl August und seiner Mutter Herzogin Amalia. Eine reine Freundschaft zwischen beiden M\u00e4nnern entstand. Er war zehn Jahre lang Minister des Herzogs. Hier begegnete er auch Charlotte von Stein, verheiratet und Mutter von f\u00fcnf Kindern. Es entstand mit ihr eine intensive geistige Freundschaft.<\/p>\n<p>In dieser Zeit schreibt er Iphigenia auf Tauris, Tasso, Egmont und Wilhelm Meisters Wanderjahre. 1782 wird er auf Betreiben des Herzogs in den Adelsstand erhoben. Nach zehn intensiven Jahren als Minister mit viel Verantwortung will er sich mehr seinem Dichtertum widmen. Unter Erhalt seines Titels und Einkommens erh\u00e4lt er in aller Freundschaft die Zustimmung des Herzogs, seine T\u00e4tigkeit als Minister aufzugeben und zu reisen. Von 1786 bis 1788 macht er seine Italienische Reise. Dies erlebt er als seine zweite freie Studentenzeit nach zehn Jahren Weimar. Er reist nach Rom, Neapel, Sizilien und wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>1788, mit 39 Jahren, findet er bei seiner R\u00fcckkehr in Weimar alles anders geworden vor. Er geh\u00f6rte auf einmal zu den \u00e4lteren Dichtern, Friedrich Schiller \u2013 zehn Jahre j\u00fcnger \u2013 war im Aufstieg. Er suchte und fand eine Frau an seiner Seite, Christiane Vulpius, ein einfaches M\u00e4dchen aus Weimar. Die h\u00f6heren Kreise sahen in Christine ein ordin\u00e4res M\u00e4dchen aus dem Volk. F\u00fcr Goethe war dies vollkommen unberechtigt. Sie war sehr offenherzig, und Goethe liebte sie leidenschaftlich. Mit ihr konnte er die Metamorphose der Pflanzen besprechen. In seinen R\u00f6mischen Elegien hat er Christiane zu seiner echten r\u00f6mischen Frau gemacht. Mit ihr hatte er Rom bei sich im Hause, den Duft Italiens. Er bekommt vier Kinder mit ihr, drei sterben kurz nach der Geburt, nur der erstgeborene August bleibt am Leben und wird sp\u00e4ter die rechte Hand und der Kamerad seines Vaters.<\/p>\n<p>Daneben war da bei seiner R\u00fcckkehr Schiller. Friedrich Schiller wurde durch das Schicksal von einem Ort zum anderen getrieben, gedr\u00fcckt von Schulden, Ermattung und Krankheit \u2013 aber mit einem gewaltigen Leistungsverm\u00f6gen. Schiller war als Milit\u00e4rarzt aus Stuttgart geflohen und freier Dichter geworfen. Er schrieb mit 21 Jahren \u201eDie R\u00e4uber\u201c, die als B\u00fchnenst\u00fcck in Deutschland unmittelbar ein gro\u00dfartiger Erfolg wurden. Mit dem St\u00fcck &#8218;Don Carlos&#8216; zog er das Interesse Herzogs Carl August auf sich und wurde zum \u201eherzoglich Weimarischen Rat\u201c gemacht. 1787 kam Schiller von Jena nach Weimar, 1788 kehrte Goethe aus Italien zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die wechselseitige Antipathie sorgte daf\u00fcr, dass es f\u00fcnf Jahre dauerte, bevor zwischen ihnen eine Freundschaft entstand. Schiller bewunderte Goethe zwar und wollte einen Kontakt, fand ihn aber zu egoistisch und mit seinem eigenen Werk besch\u00e4ftigt. Goethe fand Schillers Werk und sein \u00c4u\u00dferes absto\u00dfend. Schiller rauchte Tabak und hustete viel und musste wegen Ersch\u00f6pfung oft das Bett h\u00fcten. Goethe besch\u00e4ftigte sich immer mehr mit den Naturwissenschaften. Er kn\u00fcpfte Kontakt zur Universit\u00e4t in Jena. Der Herzog gab ihm die Aufsicht \u00fcber alle Einrichtungen f\u00fcr Kunst und Wissenschaft.<\/p>\n<div class=\"CENTER\"><img decoding=\"async\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Goethe.jpg\" alt=\"Goethe\" \/>(Johann Wolfgang von Goethe 1749 &#8211; 1832)<\/div>\n<p>1794 kommt die erste wirkliche Begegnung zwischen Schiller und Goethe zustande, anl\u00e4sslich einer Versammlung \u00fcber Pflanzenkunde bei der Vereinigung der Naturforscher in Jena. Schiller war im Umgang sehr charmant. Beide finden die Darstellungen der Wissenschaftler nicht ansprechend. Goethe spricht \u00fcber die Idee der Urpflanze und zeichnet diese auch f\u00fcr Schiller. Schiller sieht darin nur eine Idee. Goethe f\u00fchlte den alten Groll wieder aufsteigen, aber beherrschte sich und antwortete dann, er sei froh, dass er seine Ideen mit Augen anschauen k\u00f6nne. Am Tag danach schreibt Schiller ihm einen Brief, in dem er Goethes Vortrefflichkeit beschreibt und dass er, Schiller, der Einzige sei, der sie in richtiger Weise zu sch\u00e4tzen wisse. Hierauf schreibt Goethe zur\u00fcck, dass er Schiller gerne weiter begegnen wolle.<\/p>\n<p>Sie schlie\u00dfen eine Freundschaft, die bis zu Schillers Tod 1805 w\u00e4hrt. Eine tiefgehende Freundschaft, die im Laufe der zehn Jahre ihrer beider Werk befruchtet. Einen wichtigen Beitrag zur F\u00f6rderung dieser Freundschaft liefert Lotte von Lengenfeld, Schillers Frau. 1795 geben beide beim Cotta-Verlag eine monatliche Zeitschrift heraus, \u201eDie Horen\u201c (die Horen sind griechische G\u00f6ttinnen der Jahreszeiten, f\u00fcr Zeit und Ordnung). Im ber\u00fchmten Xenienstreit wenden sie sich gegen viele literarische Zeitgenossen und deren Festhalten an den b\u00fcrgerlichen, engherzigen Stilauffassungen jener Zeit.<br \/>\nGoethe inszenierte als Regisseur Theaterst\u00fccke von Schiller, dieser spornte Goethe an, den Faust fertig zu schreiben. Sie blieben Gegenpole, sie sch\u00e4tzten einander pers\u00f6nlich sehr, aber ihr Stil ist v\u00f6llig entgegengesetzt.<\/p>\n<p>Nach dem Tod Schillers fand Goethe zu seiner alten Ruhe zur\u00fcck und beschreibt die zur\u00fcckliegenden zehn Jahre mit Schiller nun doch als eine Reise in einen fremden Teil der Welt. Die jungen Romantiker wie Novalis, Schlegel und Tieck, kommen herauf, bei denen Goethe sich nicht zuhause f\u00fchlt. Politische Ideen hat er nicht. Die deutsche Einheit wird von den Romantikern gesucht. Frankreich wird der Feind. Novalis ist davon jedoch ganz ausgenommen, er sieht den Menschen im Allgemeinen, als ein freies Individuum. 1816 stirbt Christiane, sein Sohn August heiratet Ottilie von Pogwisch, die ihm drei Enkelkinder schenkt. 1830 stirbt sein Sohn in Rom, zu Goethes gro\u00dfem Kummer.<br \/>\nDie Franzosen waren f\u00fcr ihn keine Feinde, sondern K\u00e4mpfer f\u00fcr die Freiheit des Menschen. Er besch\u00e4ftigt sich mit den Naturwissenschaften, mit den \u201eWahlverwandtschaften\u201c und beendet den &#8218;Faust&#8216;. Er f\u00fchrt Gespr\u00e4che mit Eckermann. 1832 stirbt Goethe unerwartet nach einer Reise im Alter von 83 Jahren und wird neben Herzog Carl August in Weimar begraben.<\/p>\n<p>Das M\u00e4rchen von Goethe entstand in der Zeit der Begegnung mit Schiller im Jahr 1794. Dieser ver\u00f6ffentlichte seine \u201eBriefe \u00fcber die \u00e4sthetische Erziehung des Menschen\u201c. Nachdem Goethe diese Briefe mit gro\u00dfem Interesse und Zustimmung gelesen hatte, schreibt er als eine Art Antwort das M\u00e4rchen.<\/p>\n<p>Das M\u00e4rchen enth\u00e4lt die Lebensanschauung Goethes in seiner tiefsten Weise. Beim ersten Lesen kann man vielleicht wenig damit anfangen. Doch Goethe sagt damit etwas sehr Besonderes. Es war die Zeit, in der er seine naturwissenschaftlichen Schriften und den ersten Teil des \u201eFaust\u201c ver\u00f6ffentlichte. Es war die Zeit der Franz\u00f6sischen Revolution, in der das Problem der menschlichen Freiheit im Zentrum stand und nach einer L\u00f6sung verlangte. Die Frage war: Ist der Mensch ein freies Wesen? Das ist ein Problem des Herzens.<\/p>\n<p>Schiller beschreibt, dass der Mensch zwischen Natur- und Vernunft-Notwendigkeit gefangen ist. Nur in der menschlichen Seele, der Mitte, liegt die Freiheit der menschlichen Entscheidung. Goethe schildert in seinem M\u00e4rchen, dass der Mensch mehr ist als seine eigene kleine Welt. Er will den Menschen mit der gro\u00dfen kosmischen Wahrheit verbinden, um die Freiheit zu finden.<\/p>\n<p>\u201eSo lang du dies nicht hast, dieses Stirb und Werde,<br \/>\nbist du nur ein tr\u00fcber Gast auf der dunklen Erde.\u201c<\/p>\n<p>Im M\u00e4rchen sucht er die Verwandlung des Menschen vom Allt\u00e4glichen zu einem h\u00f6heren Standpunkt. Er will das R\u00e4tsel des \u201eStirb und Werde!\u201c l\u00f6sen. Dies war die Frage der Mystiker zu allen Zeiten. Sie wird auch \u201espirituelle Alchemie\u201c genannt, diese Ver\u00e4nderung des allt\u00e4glichen Menschen in einen geistigen Menschen, der die geistigen Dinge so betrachten kann, wie der irdische Mensch die irdischen. Wenn die Alchemie gelingt, kann der Mensch in seinem Geist die h\u00f6chsten Wahrheiten empfangen, die zur Einsicht in die Natur und in den Weltenplan f\u00fchren. Goethe beschreibt hiermit ein Gebiet, in dem nichts aus Zwang, sondern alles in Freiheit und Liebe geschieht.<\/p>\n<p>Goethe gibt mit seinem M\u00e4rchen ein R\u00e4tsel auf. Er gibt keine Antworten auf die Fragen, diese m\u00fcssen wir selbst finden.<\/p>\n<p>Dieses M\u00e4rchen ist aufgenommen am Ende der:<em> &#8222;Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten.&#8220;<\/em><\/p>\n<div class=\"CENTER\"><a title=\"Het sprookje van de groene slang en de schone lelie\" href=\"https:\/\/occident-media.com\/boeken\/het-sprookje-van-de-groene-slang-en-de-schone-lelie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Sprookje.jpg\" alt=\"Sprookje\" width=\"400\" height=\"832\" \/><\/a><\/div>\n<p>2014 hat Mieke Mosmuller das M\u00e4rchen von Goethe ins Holl\u00e4ndische \u00fcbersetzt. Das Buch hat viele sch\u00f6ne Abbildungen und wurde im Dezember pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jos Mosmuller Herzlich willkommen zur Buchpr\u00e4sentation des M\u00e4rchens \u201eDie gr\u00fcne Schlange und die sch\u00f6ne Lilie\u201c von Johann Wolfgang von Goethe. Bevor ich Ihnen etwas \u00fcber die Entstehung des M\u00e4rchens erz\u00e4hlen werde, will ich eine kurze Beschreibung von Goethes Leben geben. 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