{"id":3627,"date":"2018-03-19T00:00:00","date_gmt":"2018-03-18T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/fercher-von-steinwand\/"},"modified":"2025-06-22T15:43:36","modified_gmt":"2025-06-22T13:43:36","slug":"fercher-von-steinwand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/fercher-von-steinwand\/","title":{"rendered":"Fercher von Steinwand"},"content":{"rendered":"<p>In K\u00e4rnten befinden sich zwei hohe Berge, der Sadnigg und der Kreuzegg, beide 2700 m hoch. Zwischen diesen Bergen liegt das M\u00f6lltal, ein gro\u00dfartig gelegenes Tal, durch das das Fl\u00fcsschen M\u00f6ll str\u00f6mt und in dem das Dorf Stall liegt. Ein Teil des Dorfes hei\u00dft ,Untere Steinwand\u2019. 1828 wurde dort ein Junge geboren. Sein Vater hie\u00df Georg Frohnwisser und seine Mutter Anna Kleinfercher. Der Vater war ein Bauer, der sehr arm war und der eine ernstlich kranke Frau hatte. Er nahm Anna als Hilfe ins Haus und bekam mit diesem M\u00e4dchen ein Kind. Die Frau starb, und danach bekam Anna noch ein Kind von dem Bauer. Aber der Hof konnte nicht weitergef\u00fchrt werden, weil es kein Geld gab, der Bauer musste die Pacht aufgeben und ging in den Lohndienst. Seine Geliebte schickte er nach Hause zu ihren Eltern. Aber die Eltern wollten nichts mehr von ihr wissen \u2013 sie war schlie\u00dflich ein s\u00fcndiges M\u00e4dchen, das unverheiratet schon das zweite Kind bekommen sollte. Sie arbeitete und wohnte dann wieder auf einem anderen Hof und bekam da ihr zweites Kind: Johann Kleinfercher, das war 1828. Der Junge hatte eine schwere Jugend, wurde von den anderen Kindern geh\u00e4nselt, weil er keinen Vater hatte. Als er f\u00fcnf Jahre alt war, ging er zur Dorfschule Sankt Georgen. Da gab es einen Pastor und einen Kaplan, und der Junge war in der Schule sehr gut. Er las die Messb\u00fccher, die Bibel und fand auch Schillers B\u00fchnenst\u00fcck ,Die R\u00e4uber\u2019. Er fand auch ein Predigtbuch, das er auswendig lernte, und so predigte er den Jungen und M\u00e4dchen, dass sie bessere Menschen werden sollten&#8230; Sie alle sagten, dass er Priester werden m\u00fcsse. Sein Vater, der ein fr\u00f6hlicher Mann war, besuchte ihn \u00f6fters und gab ihm Mut. Der Dorfpfarrer sorgte daf\u00fcr, dass er mit zw\u00f6lf Jahren zum Benediktinerkloster in Klagenfurt gehen konnte. Da wurde deutlich, dass er sehr gut lernen konnte. Pater Joseph Heilmann nahm ihn ins Haus auf, und er konnte auf das Gymnasium gehen. Johann liebte die Raubrittergeschichten von Jozef Alois Gleich. Er studierte sie mit seinen Freunden ein, f\u00fchrte sie auf und verlangte daf\u00fcr Eintritt&#8230; Das war sehr erfolgreich, aber als Pater Joseph es entdeckte, musste er unmittelbar damit aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p>1843 war das. 1848 gab es in allen gro\u00dfen St\u00e4dten Aufst\u00e4nde: Berlin, Amsterdam, Paris&#8230; Sie wollten mehr Einfluss haben und bekamen diesen schlie\u00dflich auch. Die Thorbecke-Gesetze in Holland zum Beispiel sorgten daf\u00fcr, dass es mehr parlamentarische Befugnisse gab. Johann hatte inzwischen einen Disput gebildet, Turnia, genannt nach der grichisch-r\u00f6mischen Stadt in Oberk\u00e4rnten. Zu seinen Freunden geh\u00f6rte auch Alois Egger, ein bekannter Germanist, der sp\u00e4ter der Lehrer von Kronprinz Rudolf wurde. Sie gaben eine Zeitschrift heraus, nicht politisch. Sie wollten Glaube, Liebe und Br\u00fcderlichkeit entwickeln und f\u00f6rdern. Aber es wurde doch politisch gedeutet, und man fand Johann verd\u00e4chtig. Man zog ihn pr\u00e4ventiv ins Milit\u00e4r des kaiserlichen \u00d6sterreichs ein. Er wollte das nat\u00fcrlich nicht, gab erst vor, dass er krank sei, und kam ins Krankenhaus. Aber das funktionierte nicht, und er musste nach Slowenien fl\u00fcchten. Dort hat er in G\u00f6rz das letzte Jahr des Gymnasiums absolviert und seinen Abschluss gemacht. 1849 konnte er wieder zur\u00fcck nach \u00d6sterreich und ging nach Graz an die Universit\u00e4t, wo er Jura studierte. Hier kam er zu Professor Edlauer, einen bekannten Kriminologen, bei dem er Vorlesungen \u00fcber Naturrecht erwartete. Als er jedoch den H\u00f6rsaal betrat, behandelte dieser Professor etwas ganz anderes: die deutschen Idealisten, die Philosophen. Hegel, Fichte, Schelling. Er lehrte das reine philosophische Denken, und f\u00fcr Johann war es etwas, was er seine ,vita nuova\u2019 nannte, sein neues Leben. Er konnte sich nichts Sch\u00f6neres vorstellen. Ein Jahr sp\u00e4ter ging er nach Wien, um deutsche Literatur zu studieren, alte und neue Literatur. Und weil er nie Geld hatte und sich nicht ordentlich ern\u00e4hren konnte, bekam er Flecktyphus, wurde schwer krank und war schlie\u00dflich dem Tode nahe. Aber sein Arzt, Doktor B\u00f6tticher, der die Gedichte, die Johann inzwischen geschrieben hatte, gelesen hatte, bewunderte diese so sehr, dass er ihn in sein eigenes Haus aufnahm. Sp\u00e4ter adoptierte das Ehepaar B\u00f6tticher ihn in gewissem Sinne, sodass er dort leben konnte, gut zu essen bekam, studieren konnte und sogar seine Dichtungen herausgeben konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Karnten.jpg\" alt=\"K\u00e4rnten\" \/><br \/>\nSteinwand K\u00e4rnten \u00d6sterreich<\/p>\n<p>Dann h\u00f6rte er von 1852 bis 1857 Vorlesungen an der Universit\u00e4t Wien. Er studierte hier Geografie, Astronomie und Geschichte und Kunstgeschichte. Gerne m\u00f6chte ich ein St\u00fcck wiedergeben, das er \u00fcber die Astronomie geschrieben hat:<\/p>\n<p><em>\u201eNur die erhabenste Wissenschaft, die Sternkunde, behielt und bewahrte ihre alte Turmherberge, wie vergessen im Wirbel der ungest\u00fcmen und feindseligen Tage. Um mich von dem unruhigen Missbehagen zu befreien, das mir mein geringer Einblick in den unermesslichen, ideenbev\u00f6lkerten Lichtstaat einfl\u00f6sste, besuchte ich drei Jahre hindurch die Schule der Sterne. Das war f\u00fcr Gem\u00fct und Geist eine Aufrichtung, ein immer wieder zu Herzen sprechender Trost.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u2013 Fercher von Steinwand: S\u00e4mtliche Werke<\/em><\/p>\n<p>Er nannte sich von da an Johann Fercher von Steinwand.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/JohannFercher.jpg\" alt=\"JohannFercher\" \/><br \/>\nJohann Fercher von Steinwand &#8211; Karl Bender<\/p>\n<p>Er hat in dieser Zeit einen ,Prometheus\u2019, eine K\u00fcnstlertrag\u00f6die, geschrieben. Er machte Bekanntschaft mit Robert Hamerling. Dieser unterst\u00fctzte Fercher in seinem Kampf gegen den Materialismus, der in dieser Zeit sehr stark aufkam. Er schrieb die Satire ,Gr\u00e4fin Seelenbrand\u2019, ein merkw\u00fcrdiger Titel. Eine Frau ist in einen Mann verliebt und umgekehrt. Aber die Frau ist nur mit \u00e4u\u00dferlichen Dingen besch\u00e4ftigt und sehr gierig und wird darum ,Seelenbrand\u2019 genannt. Die Liebe war nicht idealistisch. Hamerling fand f\u00fcr diese Satire sehr viel Lob. Danach kam er \u00fcber seinen Herausgeber von Lohenbach in Kontakt mit einem ber\u00fchmten Professor der Medizin, Joseph Herzl. Dieser hatte eine Oratio gehalten, in der er die materialistische Gesinnung der medizinischen Wissenschaft gezeigt hatte. Er lernte Fercher kennen und f\u00f6rderte sein Werk.<\/p>\n<p>Mit dem idealistischen ,Schwung\u2019, dem Wesen des deutschen Geistes, der nicht nationalistisch aufgefasst werden darf, sondern hochgeistig, f\u00fchlte Fercher sich stark verbunden, und er hat dann ,Deutsche Kl\u00e4nge aus \u00d6sterreich\u2019 geschrieben und preist darin den deutschen Volksgeist. Rudolf Steiner sagt dar\u00fcber, dass die Seele verj\u00fcngende Kr\u00e4fte vom deutschen Geist empf\u00e4ngt, weil die Worte direkt aus dem Kosmos kommen.<\/p>\n<p>Aus der Sehnsucht heraus, auch Dramen zu schreiben, die den deutschen Geist tragen, hat er zum Beispiel das Drama ,Der Thronwechsel\u2019 geschrieben, ,Berengar\u2019 und ,Dankmar\u2019, wof\u00fcr Kleinfercher 1867 den ,Literaturpreis des \u00f6sterreichischen Reichsrats\u2019 erhielt. Dankmar ist der Bruder von Kaiser Otto I., einem deutschen Kaiser im Jahr 962. Er hatte Macht \u00fcber ganz Europa. Dankmar war mit einer Frau verheiratet, durch die er eine bestimmte W\u00fcrde nicht erwerben konnte. Dankmar repr\u00e4sentiert gerade den deutschen Geist und nicht die Macht. Er gibt damit ein Vorbild aus der Geschichte.<\/p>\n<p>Fercher war sehr besorgt, dass der deutsche Geist sich nicht entfalten k\u00f6nnte. Das hat er in seiner ber\u00fchmten ,Zigeuner- Rede\u2019 ausgesprochen. Er vergleicht den deutschen Geist mit einem Zigeuner. Er hielt diese Rede sogar ganz offiziell vor Staatsvertretern in Dresden.<\/p>\n<p>Rudolf Steiner sagt \u00fcber den deutschen Geist: Man <em>ist <\/em>kein Deutscher, ein Deutscher muss man <em>werden<\/em>. Man kann wohl ein Holl\u00e4nder oder ein Franzose <em>sein<\/em>, aber nicht ein Deutscher, der muss man <em>werden<\/em>. Das gilt dann nicht nur f\u00fcr die national Deutschen, sondern das gilt f\u00fcr alle Menschen auf der ganzen Welt: Jeder kann Deutscher werden. Nicht durch Geburt, sondern durch innere Arbeit.<\/p>\n<p>Rudolf Steiner hat Fercher von Steinwand 1888 kennengelernt. Sein Jugendfreund Fritz Lemmermayer brachte ihn mit ihm in Kontakt. In \u201aMein Lebensgang\u2018 schreibt Rudolf Steiner:<br \/>\n,In diesem Kreise h\u00f6rte ich nun mit gro\u00dfer Begeisterung von einem deutsch-\u00f6sterreichischen Dichter sprechen und lernte auch zun\u00e4chst einige seiner Dichtungen kennen. Diese machten auf mich einen starken Eindruck. Ich strebte danach, ihn kennen zu lernen. Ich fragte Fritz Lemmermayer, der ihn gut kannte, und einige andere, ob der Dichter nicht zu unseren Versammlungen eingeladen werden k\u00f6nnte. Aber man sagte mir, der ist nicht herzukriegen, wenn man vier Pferde anspannte. Der sei ein Sonderling und wolle nicht unter Leute gehen. Ich wollte aber durchaus ihn kennen lernen. Da machte sich denn die ganze Gesellschaft eines Abends auf und wanderte nach dem Orte, wo ihn die ,Wissenden\u2019 finden konnten. Es war eine kleine Weinstube in einer Parallelgasse zur K\u00e4rtnerstra\u00dfe. Da sa\u00df er in einer Ecke, sein nicht kleines Glas Rotwein vor sich. Er sa\u00df, wie wenn er seit unbegrenzt langer Zeit gesessen h\u00e4tte und noch unbegrenzte Zeit sitzen bleiben wollte. Ein schon recht alter Herr, aber mit jugendlich leuchtenden Augen und einem Antlitz, das in den feinsten, sprechendsten Z\u00fcgen den Dichter und Idealisten offenbarte. Er sah uns Eintretende zun\u00e4chst nicht. Denn durch den edelgeformten Kopf zog sichtlich eine entstehende Dichtung. Fritz Lemmermayer mu\u00dfte ihn erst am Arm fassen; da wendete er das Gesicht zu uns und blickte uns an. Wir hatten ihn gest\u00f6rt. Das konnte sein betroffener Blick nicht verbergen; aber er offenbarte es auf die allerliebensw\u00fcrdigste Weise. Wir stellten uns um ihn. Zum Sitzen war f\u00fcr so viele kein Platz in der engen Stube. Es war nun merkw\u00fcrdig, wie der Mann, der als ein \u201eSonderling\u201c geschildert worden war, sich nach ganz kurzer Zeit als geistvoll-gespr\u00e4chig erwies. Wir empfanden alle, mit dem, was sich da zwischen Seelen im Gespr\u00e4che abspielte, k\u00f6nnen wir in der dumpfen Enge dieser Stube nicht bleiben. Und es geh\u00f6rte nun gar nicht viel dazu, um den \u201eSonderling\u201c mit uns in ein anderes \u201eLokal\u201c zu bringen. Wir andern au\u00dfer ihm und einem Bekannten von ihm, der schon lange in unserem Kreise verkehrte, waren alle jung; doch bald zeigte es sich, da\u00df wir noch nie so jung waren, als an diesem Abend, da der alte Herr unter uns war, denn der war eigentlich der allerj\u00fcngste.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Fercher.jpg\" alt=\"Fercher\" \/><br \/>\nJohann Fercher von Steinwand<\/p>\n<p>Ich war in tiefster Seele ergriffen von dem Zauber dieser Pers\u00f6nlichkeit. Es war mir ohne weiteres klar, da\u00df dieser Mann noch viel Bedeutenderes geschaffen haben m\u00fcsse, als er ver\u00f6ffentlicht hatte, und ich fragte ihn k\u00fchnlich danach. Da antwortete er fast scheu: ja, ich habe zu Hause noch einige kosmische Sachen. Und ich konnte ihn dahin bringen, da\u00df er versprach, diese das n\u00e4chste Mal, wenn wir ihn sehen d\u00fcrfen, mitzubringen.<\/p>\n<p>So lernte ich Fercher von Steinwand kennen. Ein kerniger, ideenvoller, idealistisch f\u00fchlender Dichter aus dem K\u00e4rntnerland.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nWir brauchten nunmehr den ,Sonderling\u2019 nicht mehr zu holen. Er erschien fast regelm\u00e4\u00dfig an unseren Abenden. Mir wurde die gro\u00dfe Freude, da\u00df er an einem derselben seine \u201ekosmischen Sachen\u201c mitbrachte. Es waren der ,Chor der Urtriebe\u2019 und der ,Chor der Urtr\u00e4ume\u2019, Dichtungen, in denen in schwungvollen Rhythmen Empfindungen leben, die an die Sch\u00f6pferkr\u00e4fte der Welt heranzudringen scheinen. Da weben wie wesenhaft Ideen in herrlichem Wohlklang, die als Bilder der Weltkeimesm\u00e4chte wirken. Ich betrachte die Tatsache, da\u00df ich Fercher von Steinwand habe kennen lernen d\u00fcrfen, als eine der wichtigen, die in jungen Jahren an mich herangetreten sind. Denn seine Pers\u00f6nlichkeit wirkte wie die eines Weisen, der seine Weisheit in echter Dichtung offenbart.<\/p>\n<p>Ich hatte gerungen mit dem R\u00e4tsel der wiederholten Erdenleben des Menschen. Manche Anschauung in dieser Richtung war mir aufgegangen, wenn ich Menschen nahegetreten war, die in dem Habitus ihres Lebens, in dem Gepr\u00e4ge ihrer Pers\u00f6nlichkeit unschwer die Spuren eines Wesensinhaltes offenbaren, den man nicht in dem suchen darf, was sie durch die Geburt ererbt und seit dieser erfahren haben. Aber in dem Mienenspiel, in jeder Geb\u00e4rde Ferchers zeigte sich mir die Seelenwesenheit, die nur gebildet sein konnte in der Zeit vom Anfange der christlichen Entwickelung, da noch griechisches Heidentum nachwirkte in dieser Entwickelung. Eine solche Anschauung gewinnt man nicht, wenn man \u00fcber die zun\u00e4chst sich aufdr\u00e4ngenden \u00c4u\u00dferungen einer Pers\u00f6nlichkeit sinnt; man f\u00fchlt sie erregt durch die solche \u00c4u\u00dferungen scheinbar begleitenden, in Wirklichkeit aber sie unbegrenzt vertiefenden, in die Intuition eintretenden Z\u00fcge der Individualit\u00e4t. Man gewinnt sie auch nicht, wenn man sie sucht, w\u00e4hrend man mit der Pers\u00f6nlichkeit zusammen ist, sondern erst dann, wenn der starke Eindruck nachwirkt und wie eine belebte Erinnerung wird, in der das im \u00e4u\u00dferen Leben Wesentliche sich ausl\u00f6scht und das sonst ,Unwesentliche\u2019 beginnt eine ganz deutliche Sprache zu reden. Wer Menschen ,beobachtet\u2019, um ihre vorangegangenen Erdenleben zu entr\u00e4tseln, der kommt ganz gewi\u00df nicht zum Ziele. Solche Beobachtung mu\u00df man wie eine Beleidigung empfinden, die man den Beobachteten zuf\u00fcgt; dann erst kann man hoffen, da\u00df wie durch eine von der geistigen Au\u00dfenwelt kommende Schicksalsf\u00fcgung sich das Langvergangene des Menschen in dem Gegenw\u00e4rtigen enth\u00fcllt.\u2019<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Studierstube.jpg\" alt=\"Studierstube\" \/><br \/>\nFercher von Steinwand Dichterstube<\/p>\n<p>Das hat eine Verbindung zu den Hierarchien. Und was Rudolf Steiner hier \u00fcber die fr\u00fchere Inkarnation von Fercher von Steinwand sagt, weist in die Richtung von Dionysius Areopagita. Er w\u00e4re also mit Paulus auf der Agora in Athen gewandelt und Paulus h\u00e4tte ihn unterwiesen. Und obwohl diese Lehren nicht von diesem Dionysius aufgeschrieben wurden, wurden sie m\u00fcndlich weitergegeben und erst im sechsten Jahrhundert nach Christus von einem ,Pseudo-Dionysius\u2019 aufgeschrieben und ver\u00f6ffentlicht. Es sind die originellsten Schriften \u00fcber die christliche Hierarchienlehre. Das war 1888 bis 1893. Er hat bis 1902 gelebt. 1901 ist er noch einmal ins M\u00f6lltal zur\u00fcckgegangen. Er hat vorausgeahnt, dass er sterben w\u00fcrde. Es kamen junge Dichter zu ihm an die T\u00fcr, und er lie\u00df wissen, dass er keine neuen Bekannte mehr brauche. Der junge Dichter legte seine Arbeit in den Briefkasten. Nach einigen Tagen kam der Junge dennoch zur\u00fcck und ihm wurde zugerufen: Komm herein! Es ist sehr sch\u00f6n, was du geschrieben hast! Das war nicht lang vor seinem Tod.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Molltal.jpg\" alt=\"M\u00f6lltal\" \/><br \/>\nM\u00f6lltal<\/p>\n<p>Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben.<\/p>\n<p>In ,Vom Menschenr\u00e4tsel\u2019 schreibt Rudolf Steiner \u00fcber ihn:<\/p>\n<p>,Er war [&#8230;] eine wahre Lichtgestalt; schon \u00e4u\u00dferlich; aus edlen Z\u00fcgen, aus sprechenden Augen, in ausdrucksreichen Gesten off enbarte sich einnehmende W\u00e4rme; durch Abgekl\u00e4rtheit und Besonnenheit hindurch wirkte im Greise noch wie mit Jugendfrische diese Seele.\u2019<\/p>\n<p><em>Literatur:<br \/>\n<\/em>Friedrich Zauner, Fercher von Steinwand, Verlag am Goetheanum 1989.<br \/>\nRudolf Steiner, Mein Lebensgang, GA 28.<br \/>\nRudolf Steiner, Vom Menschenr\u00e4tsel, GA 20.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In K\u00e4rnten befinden sich zwei hohe Berge, der Sadnigg und der Kreuzegg, beide 2700 m hoch. 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