{"id":3622,"date":"2018-02-06T00:00:00","date_gmt":"2018-02-05T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/vortrag-ueber-mindful-thinking-teil-1\/"},"modified":"2025-06-22T15:54:24","modified_gmt":"2025-06-22T13:54:24","slug":"vortrag-ueber-mindful-thinking-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/vortrag-ueber-mindful-thinking-teil-1\/","title":{"rendered":"Vortrag \u00fcber mindful thinking &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Guten Abend, herzlich willkommen zu diesem Vortrag \u00fcber mindful thinking.<sup>1<\/sup><\/p>\n<p>Seit drei Jahren schreibe ich jede Woche einen Text f\u00fcr eine Webseite, die speziell daf\u00fcr eingerichtet wurde. Das sind w\u00f6chentliche Texte, die ich auf englisch, deutsch und holl\u00e4ndisch publiziere. Als ich die englischen Texte zu schreiben begann, war ich daran nicht gew\u00f6hnt&#8230; Mit etwas Hilfe von hier und da und manchen Fehlern ging es dennoch. So suchte ich das Wort ,gewissenhaft\u2019 und fand die \u00dcbersetzung: mindful.<\/p>\n<p>Das Wort ber\u00fchrte mich wirklich. ,Mind\u2019 ist eigentlich nicht gut zu \u00fcbersetzen, man w\u00fcrde sicher nicht sagen, dass es ,Gewissen\u2019 bedeutet. Das Wort ,mindful\u2019 weckte die Erinnerung an meine Erforschung des Meditationstrainings ,mindfulness\u2019, die ich 2011 machte. Ich las mit viel Interesse ein Buch dar\u00fcber und versuchte sorgf\u00e4ltig, die \u00dcbungen zu machen. Es war das Buch von Jon Kabat Zinn. So habe ich Mindfulness, wie sie von ihm initiiert wurde, gut kennengelernt, auch die wohltuenden Eff ekte davon. Bei diesem Mindfulness-Training habe ich kennengelernt, wie eine \u00f6stlich orientierte Sicht auf den Menschen in die Praxis gebracht wird. Wobei man in erster Linie auf seine Atmung achtet \u2013 und inzwischen gehen nat\u00fcrlich die Gedanken und Gef\u00fchle weiter. Worum es dann geht, ist, dass man auf eine nicht-urteilende Weise \u2013 also man urteilt \u00fcber nichts, nicht \u00fcber die Atmung und nicht \u00fcber seine Gedanken und nicht \u00fcber seine Gef\u00fchle und nicht \u00fcber das, was um einen an St\u00f6rungen auftritt, \u00fcberhaupt nicht, man gibt sich dem aufmerksamen Verfolgen der Ein- und der Ausatmung hin. Dabei muss ein Ma\u00df von Geduld ge\u00fcbt werden, die man als westlicher Mensch im gew\u00f6hnlichen Leben nicht so praktiziert. Man merkt nat\u00fcrlich, dass es auch misslingt und dass es so ist, dass man jedesmal wieder von der Atmung abgelenkt wird, und man wei\u00df, dass es darauf ankommt, dass man nicht nur nicht dar\u00fcber urteilt und dass man nicht nur geduldig darin ist, sondern dass man auch immer wieder von neuem beginnt, dass man ein Vertrauen in das hat, was man macht.<\/p>\n<p>Was sehr wichtig ist, ist, dass man nicht nach einem Ziel strebt. Das ist etwas, was wir in unserer westlichen Welt eigentlich fortw\u00e4hrend machen. Einem Ziel nachstreben. Und wenn wir etwas nicht als Ziel sehen? Dann wird es uns als Ziel pr\u00e4sentiert, sodass wir doch mitrennen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>In den Augenblicken des Mindfulness-Trainings versucht man, in ein Nicht-Streben einzutauchen! In ein v\u00f6lliges Hinnehmen von allem, wie es in dem Moment ist, und in ein Loslassen von allem, was einen bindet oder was einen festh\u00e4lt. Was dadurch entsteht, wenn man das eine Viertelstunde, zwanzig Minuten, praktiziert und das dann auch wirklich regelm\u00e4\u00dfig t\u00e4glich wiederholt, ist, dass man eine ruhige Anschauung der Atmung entwickelt.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sich vorstellen, eine andere Funktion als die Atmung zu w\u00e4hlen, und auch dar\u00fcber habe ich gelesen, man kann zum Beispiel auch ein sinnliches Gewahrsein seiner K\u00f6rperhaltung haben. Wenn man auf einem Stuhl sitzt und meditiert, dann kann man mit aller Aufmerksamkeit und dem Nicht-Urteilen, der Geduld, dem Vertrauen, dem Nicht-Streben, der Akzeptanz und dem Loslassen zu dem sinnlichen Sich-Bewusstsein der eigenen K\u00f6rperhaltung vordringen. So k\u00f6nnte man sich vorstellen, dass man auch nach au\u00dfen ein sinnliches Gewahrsein f\u00fcr die Welt um sich herum entwickeln kann, und das scheint mir eine der geliebten Folgen dieses Trainings zu sein. Die Mindfulness wird auch nicht nur als Methoden gegen Stress angeboten \u2013 das ist sehr deutlich, dass sie in dieser Weise angeboten wird \u2013, sondern auch als eine Methode, dazu zu kommen, dass man im Leben wirklich da sein kann, im Moment. Es geht darum, dass man nicht in Gedanken versunken mit etwas v\u00f6llig anderem als dem besch\u00e4ftigt ist, wo man ist und was das Leben einem in diesem Moment zu bieten hat. Dass man das nicht vertr\u00e4umt oder nicht erlebt.<\/p>\n<p>Aufmerksamkeit ist es, was durch dieses Training entsteht. Aufmerksamkeit. Und durch die Aufmerksamkeit dann auch ein viel st\u00e4rkeres Erf\u00fcllt werden mit dem Da-sein. Das bedeutet meistens, dass dann auch die Anwesenheit gewissenhafter wird. Dass mal also auch mit mehr, ich m\u00f6chte sagen, moralischem Gef\u00fchl, mit moralischer Impulsivit\u00e4t in der Wirklichkeit steht.<\/p>\n<p>Ich mache diese Untersuchungen, weil ich an den verschiedenen M\u00f6glichkeiten interessiert bin, die es f\u00fcr die Meditation f\u00fcr eine spirituelle Entwicklung gibt. Und Meditation ist nat\u00fcrlich ein Wort, das f\u00fcr sehr viele verschiedene innere und \u00e4u\u00dfere Besch\u00e4ftigungen verwendet wird.<\/p>\n<p>Als wichtigste Lebenserf\u00fcllung habe ich selbst diejenige Meditation kennengelernt, die in der Anthroposophie Rudolf Steiners gefunden werden kann. Da wird ein Meditationsweg gegeben, der in erster Linie nicht mit den Leibesfunktionen und auch nicht mit den Wahrnehmungen der Sinne zu tun hat, sondern auf die Tatsache verweist, dass man als Mensch ein denkendes Wesen ist.<\/p>\n<p>Da beginnt schon die erste M\u00f6glichkeit der Verwirrung, denn in unserem Sprachgebrauch wird das Denken dem Haben von Gedanken gleichgesetzt, und in diesem Sinne ist jeder Mensch ein denkendes Wesen. Wir haben alle unsere Gedanken. Wir finden sogar oft, dass sie uns gerade so st\u00f6ren, um wirklich im Moment zu sein!<\/p>\n<p>Und wenn man das Denken so auffasst, dass es das Haben von Gedanken bedeutet \u2013 ja, dann w\u00fcrde man eigentlich nicht gern eine anthroposophische Meditation beginnen, denn diese Gedanken hat man schon genug, und warum sollte man versuchen, dies noch zu verst\u00e4rken oder zu vergr\u00f6\u00dfern oder zu verlebendigen?<\/p>\n<p>Aber das ist nicht das Denken, das in dieser Form von Meditation gemeint wird, in dieser Form von Meditation wird mit Denken etwas gemeint, wodurch man den Sinn der Dinge erfasst. Wenn man sagt: Was ist der Sinn des Lebens?, dann ist das nat\u00fcrlich eine sehr gro\u00dfe Frage, die, k\u00f6nnte man sagen, das ganze Leben umfassen kann. Aber es gibt auch kleinere Dinge im Leben, und alles hat Sinn, Bedeutung.<\/p>\n<p>Dieses sinnvolle Denken wird in dieser Form der Meditation weiter entwickelt, und wenn man diese \u00fcbt, dann \u00fcbt man ein Denken, das gerade \u00fcberhaupt nicht mit den Sinnen verbunden ist und das auch nicht in sich wegtr\u00e4umt, es ist eine konzentrierte Weise sinnvollen Denkens. Wenn man das \u00fcbt und dann sp\u00e4ter Mindfulness praktiziert, merkt man sehr deutlich, dass man da eigentlich nicht auf die Form von Denken gewiesen wird, die den Dingen, den Prozessen und dem Dasein, den Begegnungen und so weiter Sinn verleiht.<\/p>\n<p>Und dann taucht nat\u00fcrlich die Frage auf: Was ist hier jetzt eigentlich geschehen? Denn es ist nicht so, dass, wenn man die Konzentration auf die Atmung oder auf eine andere Leibesfunktion oder auf eine Wahrnehmung in der Au\u00dfenwelt richtet und dadurch Geduld und Vertrauen entwickelt, eine viel gr\u00f6\u00dfere und ruhigere Anwesenheit, als man sie von Natur aus hat, dass man dann nicht mehr wei\u00df, dass man den Sinn der Dinge sieht. Darum geht es bei der Mindfulness nicht, dass man sich so entwickelt, dass man den Sinn, die Bedeutung der Dinge verliert.<\/p>\n<p>Dann ist die Frage: Was genau ist eigentlich der denkende Aspekt in der Mindfulness? Wenn man von dem Haben von Gedanken absieht?<\/p>\n<p>Man muss sich vorstellen, dass man wahrnimmt. Man hat die volle Aufmerksamkeit in der Wahrnehmung, und man l\u00e4sst sich nicht durch ein Versunkensein in Gedanken davon ablenken. Aber man kann nicht sagen, dass man Wahrnehmungen h\u00e4tte, die nichts zu bedeuten haben.<\/p>\n<p>Wenn Sie diesen wunderbaren Blumenstrau\u00df hier anschauen, dann sehen Sie da eine Anzahl bekannter Blumen. Diese kann man aufmerksam wahrnehmen, und je aufmerksamer man das vermag, desto mehr gewinnen sie an Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Aber das bedeutet nicht, dass man dann nicht mehr dennoch irgendwo wei\u00df, dass man eine Rose oder Lilie wahrnimmt. Und da liegt die Verwirrung in der Bedeutung des Denkens.<\/p>\n<p>Indem man es, als Mensch unserer Kultur, nicht gewohnt ist, auf sich selbst zu achten, w\u00e4hrend man im Leben steht, sondern einfach drauflos lebt, hat man auch nicht kennengelernt, dass eine Wahrnehmung an sich nicht schon von den Sinnen aus den Sinn in sich tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Dann wird es immer kompliziert, wenn ich so spreche, aber es ist nat\u00fcrlich eigentlich dennoch sehr einfach. Wenn wir hier so zusammen sind, haben wir unsere Sinneswahrnehmungen, wir sehen und h\u00f6ren, wir f\u00fchlen, und der Leib hat eine bestimmte Haltung, und man f\u00fchlt seine Muskelspannung. Es scheint, als ob in der Sinneswahrnehmung zugleich auch die Bedeutung l\u00e4ge. Man guckt zu der Rose, und man sieht, das ist eine Rose, denkt man&#8230; Man meint, wenn man die Rose anschaut, unmittelbar von den Augen her auch zu wissen, dass es eine Rose ist. Dass dies, dass sie eine Rose ist. Indem ich diese Rose sehe.<\/p>\n<p>Da liegt die Verwirrung. Da liegt eigentlich auch der Hinweis, dass, wenn man diese Seite des Daseins doch noch verschl\u00e4ft, w\u00e4hrend man tats\u00e4chlich f\u00fcr die Umgebung erwacht ist, in Mindfulness, in gewissenhafter Aufmerksamkeit, nicht urteilend, geduldig und so weiter &#8230; dass man die H\u00e4lfte des Daseins trotzdem noch immer verschl\u00e4ft.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich: Man wei\u00df, was man wahrnimmt. Aber man wei\u00df nicht, dass man, w\u00e4hrend man mit den Leibessinnen wahrnimmt, zugleich einen darin verlaufenden Denkprozess hat, etwas, was viel mehr mit der eigenen Aktivit\u00e4t zu tun hat als mit der Sinneswahrnehmung an sich.<\/p>\n<p>Wenn man die Entwicklung der Menschheit wirklich als eine Entwicklung betrachten k\u00f6nnte und nicht so, dass es so, wie wir jetzt als Menschen sind, immer gewesen sei und wir immer so wahrgenommen und immer so gedacht h\u00e4tten; wenn man die Entwicklung als Entwicklung betrachtet, kann man sich vorstellen, dass es vielleicht viel fr\u00fcher eine Zeit gegeben hat, in der der Mensch die Bedeutung wirklich von au\u00dfen ,gereicht\u2019 bekam. Und das geht in unserer Zeit vielleicht auch noch weiter &#8230; dass wir nicht bemerken, dass man auch wahrnehmen kann, ohne dass man den Sinn, die Bedeutung darin hat. Und eigentlich m\u00fcssten wir das ohne weiteres wissen, denn wenn man sich in jenem Zustand befindet, wo man in Gedanken versunken ist, wodurch man nicht im Jetzt ist, dann kann man tats\u00e4chlich mit offenen Augen und Ohren herumlaufen und allerlei Dinge tun \u2013 und absolut nicht wissen, was man gesehen hat, wo man war, was man in der Hand gehalten hat und so weiter. Wir kennen das also alle sehr wohl, die Sinneswahrnehmung, in der wir den Sinn verschlafen.<\/p>\n<p>Aber was ich hier bespreche, das muss man noch viel grunds\u00e4tzlicher auffassen. Es ist wirklich so, dass, wenn man kein Denken h\u00e4tte, das blo\u00dfe Sinnesorgan einem keinen Sinn geben w\u00fcrde. Keine Bedeutung. Und dass das so ist, kann durch \u00dcbung bewusst werden.<\/p>\n<p>Und man k\u00f6nnte nun sagen: Warum sollte ich das tun? Dies kann ich vielleicht im Laufe meiner Darlegungen noch deutlich machen: warum man das tun sollte.<\/p>\n<p>Es kann durch \u00dcbung ins Bewusstsein gebracht werden und damit f\u00fcr denjenigen, der es tut, in jedem Fall bewiesen werden \u2013 dass man dar\u00fcber dann nicht unbedingt eine Abhandlung schreiben oder promovieren kann, ist noch etwas anderes, aber man kann es f\u00fcr sich selbst erkennen \u2013, dass wir als Mensch in dem Bewusstseinsprozess, in dem wir in der Wirklichkeit darinnen sein wollen, unser ,Darinnensein\u2019 immer von zwei Welten aus erhalten. Auf der einen Seite durch die Lichtwelt der Sinne und auf der anderen Seite durch die Welt des Denkens, die auch einen Lichtaspekt hat.<\/p>\n<p>Wenn man das \u00fcben wollte, m\u00fcsste man das Gedankenleben, das man in der Wahrnehmung hat, gleichsam ,herausl\u00f6sen\u2019 wollen, sodass man sehen w\u00fcrde, wo sich die sinnliche Wahrnehmung befindet und wo der Denkprozess, der darin verl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Ich habe mir Folgendes vorgestellt: Angenommen, man macht eine Meditation oder will eine Meditation machen und man sitzt im Zimmer auf einem Stuhl. Es steht noch ein anderer Stuhl da. Als ich dies so bedachte, stand mir da, wo ich sa\u00df, ein antiker Stuhl mit zierlichen Pfoten und einer gepolsterten R\u00fcckenlehne gegen\u00fcber, bezogen mit einem Stoff, der die Mitte zwischen Kattun und Leinen hielt. Und man sagt sich selbst: Ja, das wei\u00dft du alles, nicht wahr? Man schaut auf diesen Stuhl, und gew\u00f6hnlich \u2013 er steht immer da \u2013 steht er einfach da, man legt vielleicht allerhand Sachen darauf, oder man setzt sich darauf, oder Besuch kommt und setzt sich darauf \u2013 also dieser Stuhl hat eine Funktion und weiter denkt man nicht dar\u00fcber nach. Man wei\u00df, dass es dieser Stuhl ist, und wenn ein anderer dastehen w\u00fcrde, wenn man ins Zimmer kommt, w\u00fcrde einem das unmittelbar auffallen.<\/p>\n<p>Aber nun betrachtet man das in anderer Weise. Man betrachtet diesen Stuhl viel gr\u00fcndlicher, als man es gewohnt ist. Und man sieht dann mit der vollen Aufmerksamkeit, mit dem vollen Bewusstsein, den Typ des Stuhls, die Art des Stuhls. Die zierlichen F\u00fc\u00dfe. Die Lehnen mit den Holzkn\u00f6pfen an der Vorderseite, den Stoff\u00fcberzug und die Art, wie dieser Stoff auf diesem Stuhl befestigt ist.<\/p>\n<p>Das kann man, wenn man seine Augen schlie\u00dft, noch einmal von neuem Revue passieren lassen, und wenn man das macht, merkt man, dass man fortw\u00e4hrend in den Vorstellungen, die dann von der sinnlichen Wahrnehmung abgeleitet sind, die bekannten Gedanken hat, und man erlebt dann: das macht wohl mit den Wert dieses Stuhles f\u00fcr mich aus. Es ist nicht so, dass ich nur blind wahrnehme, ich habe auch ein vielgestaltiges Wissen. Jetzt ging es um einen Stuhl \u2013 aber nun begegnet mir ein Mensch. Und ich will diesem Menschen auf eine gewissenhafte, aufmerksame Weise begegnen. Es ist an sich schon etwas sehr Besonderes, dass man, wenn einem ein bekannter Mensch begegnet, man auch sieht, dass er das ist. Dabei halten wir \u00fcberhaupt nie inne, aber wie, wodurch kommt das?<\/p>\n<p>Das hat mit dem Denken zu tun. In dieser Weise kann man erleben, dass man, wenn man als Mensch eine meditative Vertiefung der Wahrnehmung der Sinne sucht, eigentlich in eine Einseitigkeit kommt, wenn man sich nicht auch verst\u00e4rkt bewusst wird, dass in der Wahrnehmung das Denken der Sinngeber ist.<\/p>\n<p>Und wenn man dazu kommen k\u00f6nnte, dieses sinngebende Denken wirklich in aller Gr\u00f6\u00dfe, die es hat, gesondert gewahr zu werden, w\u00fcrde man erst wirklich wissen: Hier bin ich in einer Welt, die ich immer bei mir habe, wenn ich wach bin. Die ich genauso bei mir habe wie die leiblichen Sinne, die aber konsequent negiert wird, vergessen wird. Die Sinneswahrnehmung w\u00fcrde man nicht negieren. Auch wenn man noch so tief in Gedanken versunken ist, es w\u00fcrde immer wieder ein Moment kommen, wo man wach wird und sieht, h\u00f6rt und so weiter.<\/p>\n<p>Aber das darin verlaufende Denken kann man bis zu seinem Tod verschlafen, und das bedeutet im Grunde, dass einem, obwohl man es verwendet, es einem aber nicht bewusst ist, die H\u00e4lfte der Welt fehlt.<\/p>\n<p>Zum zweiten Teil des Vortrags <a title=\"Vortrag \u00fcber mindful thinking - Teil 2\" href=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/vortrag-ueber-mindful-thinking-teil-2\/\">bitte hier klicken<\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 9pt;\">[1] Der Text wurde von einer Dolmetscherin mitgeschrieben, Margot de Vreede, die mit einem schwerh\u00f6rigen Besucher mitgekommen war.<br \/>\n<img decoding=\"async\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Stern.jpg\" alt=\"Stern\" width=\"400\" \/><br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guten Abend, herzlich willkommen zu diesem Vortrag \u00fcber mindful thinking.1 Seit drei Jahren schreibe ich jede Woche einen Text f\u00fcr eine Webseite, die speziell daf\u00fcr eingerichtet wurde. 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