{"id":3618,"date":"2017-10-20T00:00:00","date_gmt":"2017-10-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/sodile-sol-dei-sonne-gottes\/"},"modified":"2025-06-22T16:03:03","modified_gmt":"2025-06-22T14:03:03","slug":"sodile-sol-dei-sonne-gottes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/sodile-sol-dei-sonne-gottes\/","title":{"rendered":"S\u2019Odile, Sol Dei, Sonne Gottes"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Fall des Westr\u00f6mischen Reiches im Jahr 476, als Kaiser Romulus Augustulus von dem germanischen Feldherrn Odoaker abgesetzt wurde, zerfiel das R\u00f6mische Reich durch den Einfall germanischer St\u00e4mme von oberhalb des Rheins und durch die Westgoten von oberhalb der Donau immer mehr.<\/p>\n<p>Viele St\u00e4mme hatten das Arianische Christentum angenommen, wobei Christus zwar als Sohn des Vaters, aber nicht als Gott angenommen wurde. Das kirchliche r\u00f6mische und orthodoxe Christentum hielt am Patriarchen Athanasius fest, wobei Christus genau wie der Vater Gott ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Germanen war der Arianismus neben ihren alten G\u00f6ttern besser anzunehmen. Die Kirche verurteilte den Arianismus 325 n Chr. auf dem Konzil von Nic\u00e4a als Ketzerei.<\/p>\n<p>In Nordwest-Gallien zwischen Soissons und Paris bis zur Bretagne blieb ein Gebiet in r\u00f6mischen H\u00e4nden, regiert von Aegidius und seinem Sohn Syagrius. Anfangs war dieses Gebiet \u00fcber Aquitanien, Occitanien und Languedoc noch mit Italien verbunden, sp\u00e4ter entstand ein getrenntes K\u00f6nigreich mit dem Namen Neustrien (neues Land, Soissons bis Bretagne).<\/p>\n<p>Chlodwig I., Merowinger aus Tournai (Doornik, 465) schlug Sygarius 486 bei Soissons. Er vereinigte Neustrien mit dem \u00f6stlich gelegenen Gebiet Austrasien (Flandern, Holland, Metz, Aken, Keulen bis Fulda). Chlodwig trat durch seine Frau Chlotilde zum Christentum \u00fcber und wurde 496 getauft. Auch Aquitanien und Burgund vereinigte er in einem Fr\u00e4nkischen Reich. Nach seinem Tod zerfiel das Reich wieder in zwei Hauptgebiete: Neustrien und Austrasien. In den zweihundert Jahren danach gab es zwischen beiden L\u00e4ndern fortw\u00e4hrend Krieg.<\/p>\n<p>In dieser Zeit wurde die Funktion des ,Hausmeiers\u2019, Haupt der Hofhaltung, immer wichtiger. Diese dehnten ihre Funktion zu wirklichen Herrschern \u00fcber das K\u00f6nigreich aus, mit mehr Macht und Einfluss als der K\u00f6nig selbst. Die Hausmeier lenkten das Land und stritten gegeneinander. In diesen Kampf mischte sich der Sohn des Hausmeiers Liuthericus von Neustrien unter Teoderich III., der behende, schlaue und b\u00f6sartige Herzog Eticho von Elsass und Burgund, auch Adalrich genannt. Er st\u00fctzte abwechselnd Hausmeier Ebroin bei Childerich II. von Neustrien und Hausmeier Pippin von Herstal bei Dagobert II. von Austra sien. Er erhielt hierf\u00fcr L\u00e4ndereien, Burgen und Kl\u00f6ster. Er ermordete den Abt Germanus von Granfelden vom Kloster Montier-Grandval, um sein Gebiet ausdehnen zu k\u00f6nnen. Pippins Enkel, Pippin der Kurze, wurde schlie\u00dflich K\u00f6nig von ganz Frankreich, gefolgt von seinem Sohn Karl Martell und sp\u00e4ter seinem Enkel Karl dem Gro\u00dfen.<\/p>\n<p>Dieser Kampf um die Hegemonie im gallo-fr\u00e4nkischen Gebiet kam noch ganz aus den Kr\u00e4ften der keltisch-germanischen St\u00e4mme, wobei Blut und Vererbung die Hauptrolle spielten. Das Recht des physisch St\u00e4rksten durchzog das gesamte Dasein dieser Zeit, in der Ehe, Verrat, Verbannung, Mord und Todschlag die gebr\u00e4uchlichen Methoden waren, um das gew\u00fcnschte Ziel zu erreichen.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Eticho.jpg\" alt=\"Eticho\" \/><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><em>Eticho van Elzas<\/em><\/div>\n<p>Dann trat durch die Geburt der Tochter Etichos und sei ner Frau Bereswinde, die die Tochter Sigeberts III. von Austrasien war, eine wichtige Wendung ein. Das M\u00e4dchen kam blind zur Welt. Der Vater hatte auf einen Sohn und Nachfolger gehofft und bekam eine blinde Tochter. Er be trachtete es als eine Familienschande und Familienschuld. Gem\u00e4\u00df den germanischen Adelsgewohnheiten musste das Kind versto\u00dfen und get\u00f6tet werden. Die Mutter Bereswinde konnte das Kind in Sicherheit bringen, indem sie es einer Amme gab, die das Kind zu einem Kloster in Balma in Baume-les-Dames in der Bourgogne brachte.<\/p>\n<p>Als das Kind zw\u00f6lf Jahre alt war, kam durch Eingebung ein rundreisender Bischof, Erhard von Regensburg, zu dem Kloster und taufte das M\u00e4dchen und legte ihr w\u00e4hrend der Taufe eine in \u00d6l getr\u00e4nkte Augenbinde um. Nach dem Ab nehmen der Binde erhielt sie ihr Sehverm\u00f6gen wieder. Der Bischof gab ihr den Taufnamen Odilia, Tochter des Lichts (Saint Odile, Sol die, Sonne Gottes). Hierauf beschloss sie, das Kloster zu verlassen und zu ihren Eltern zur\u00fcckzukehren. Der Vater, der froh war, seine Tochter gesund wieder zu sehen, vers\u00f6hnte sich mit ihr, k\u00fcndigte dabei aber an, sogleich nach einem geeigneten Kandidaten f\u00fcr eine Ehe zu suchen. Odilia verweigerte eine Hochzeit, weil sie sich ganz Gott weihen wollte. Sie floh zum zweiten Mal aus ihrem Elternhaus. Sie verkleidete sich als Bettlerin und hielt sich in den Grotten von Arlesheim bei Basel verborgen. Es sind dies eine Apollo-Grotte und eine Diana-Proserpina-Grotte.<\/p>\n<p>Ihr Bruder Hugo, der zweite Sohn von Eticho, ging auf die Suche nach ihr, fand sie und konnte sie \u00fcberzeugen, wieder nach Hause zur\u00fcckzukehren. Dort w\u00fcrde er bei ihrem Vater daf\u00fcr eintreten, sie wieder aufzunehmen. Bei der R\u00fcckkunft wurde der Vater so w\u00fctend, dass er seinen Sohn mit einem Kn\u00fcppel erschlug. Daraufhin ritt er aus und wurde, w\u00e4hrend er unter einem Felsen hindurchritt, von einer Steinlawine getroffen, wurde schwer verwundet und blieb lange Zeit krank.<\/p>\n<p>Er kam zur Einkehr und vers\u00f6hnte sich erneut mit seiner Tochter. Er bereute, was er seinen Kindern angetan hatte, und schenkte seiner Tochter die Hohenburg bei Barr im Elsass, um dort ein Kloster zu stiften. Odilia lie\u00df die Burg umbauen und stiftete dort ein Augustinerinnen-Kloster und wurde selbst \u00c4btissin. Innerhalb kurzer Zeit meldeten sich 130 Bewohnerinnen an. Die Hohenburg wurde seit dem (690) ,Odilienberg\u2019 genannt, Mont Saint Odile.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" style=\"display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Mont-Saint-Odile.jpg\" alt=\"Mont Saint Odile\" \/><em>Mont Saint Odile<\/em><\/p>\n<p>Zehn Jahre sp\u00e4ter baute Odilia ein zweites Kloster am Fu\u00df des Berges, das Kloster Niederm\u00fcnster, damit verbunden ein Krankenhaus und nicht weit davon eine heilkr\u00e4ftige Quelle. Das Krankenhaus wurde ein Zentrum f\u00fcr Kranke mit Augenleiden und f\u00fcr Auss\u00e4tzige. Als ihr Vater Eticho starb, bat sie darum, ihn aus den Flammen des Fegefeuers zu erl\u00f6sen, damit seine Seele erl\u00f6st w\u00fcrde.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 10px;\" src=\"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Odilie.jpg\" alt=\"Odilie\" width=\"135\" height=\"356\" \/><\/p>\n<p>723 f\u00fchlte sie selbst ihr Ende nahen und rief die Klosterschwestern zusammen, um Abschied zu nehmen. In dem Moment, als die Glocke zum Chorgebet l\u00e4utete, schickte Odilia die Schwestern zu ihrer Pflicht. Als die Schwestern weg waren, starb sie allein. Sie fanden sie danach gestorben, ohne das letzte Sakrament empfangen zu haben. Sie kehrte f\u00fcr einige Augenblicke zur\u00fcck, lie\u00df einen Priester kommen, von dem sie die Sakramente empfing, und starb dann end g\u00fcltig. Sie wurde in einem Sarkophag in der Kapelle des Klosters begraben.<\/p>\n<p>Seitdem ist dies ein sehr besuchter Pilgerort, nicht nur f\u00fcr Menschen mit Augenleiden, sondern auch f\u00fcr Menschen, die innere Finsternis erleben und sich nach dem wahren Licht in sich sehnen.<\/p>\n<p>Diese Heiligengeschichte gibt das gro\u00dfartige Bild des Lichtes, der Sonne Gottes, die durch das Physische hindurchbricht und heilend wirkt, nicht nur f\u00fcr Odilia selbst, sondern auch f\u00fcr ihre Zeitgenossen. Es gibt die Anregung, die alte Weisheit, die noch in der Vererbung wirkt, aber immer weiter abnimmt, durch das Licht des Geistes zu \u00fcberwinden. Die an die Natur gebundenen Kr\u00e4fte von Blut und Volk geben dem Menschen aus bekannter Selbstverst\u00e4ndlichkeit heraus Kraft, aber ohne freie Wahl. Sie lassen im Gegenteil Streit mit dem entstehen, was dem nicht verwandt ist.<\/p>\n<p>Will der Mensch aus Freiheit handeln, ist dies nur aus dem Licht des Geistes heraus m\u00f6glich, das das Blut des Volkes durchstrahlt, ohne aufgehalten zu werden, ohne Wider stand. In unserer Zeit ist dies nur m\u00f6glich durch ein Auf stehen im Denken, wo die Weisheit erneut gefunden wird, die sich durch den Menschen hindurch in Liebe der Welt schenken kann, in einer neuen, freien, menschlich-g\u00f6ttlichen Ordnung.<\/p>\n<p>Wir finden dies in der Geschichte in der Gralsgeschichte wieder, die sich ebenfalls im Elsass und in Arlesheim abgespielt hat (es sind in Europa mehrere Orte bekannt).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Fall des Westr\u00f6mischen Reiches im Jahr 476, als Kaiser Romulus Augustulus von dem germanischen Feldherrn Odoaker abgesetzt wurde, zerfiel das R\u00f6mische Reich durch den Einfall germanischer St\u00e4mme von oberhalb des Rheins und durch die Westgoten von oberhalb der Donau immer mehr. Viele St\u00e4mme hatten das Arianische Christentum angenommen, wobei Christus zwar als Sohn [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":2340,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[33],"tags":[],"class_list":["post-3618","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3618","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3618"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3618\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3770,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3618\/revisions\/3770"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3618"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3618"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vrienden-miekemosmuller.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3618"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}